Wednesday, August 30, 2006

Umstellungsschwierigkeiten

Jetzt wo ich schon ueber eine Woche hier in Deutschland bin, merk ich doch, dass ein paar Sachen hier anders laufen als im Urlaub. Ich mein jetzt nicht so grundlegende Sachen wie Arbeiten, Katze fuettern oder putzen, was kein Hotelpersonal fuer einen erledigt (und was mich vorhin wieder viele Stunden meiner kostbaren Lebenszeit gekostet hat).

Nein, ich meine solche Kleinigkeiten wie Toilettenpapier. Einerseits ist das Zeug ja hier so dick, dass mans kaum gefaltet kriegt, das ging mit dem halblagigen peruanischen Stoff deutlich einfacher. Wenn denn mal welches da war. Der peruanische Toilettenbetreiber an sich stellt ja sowas nur ungern zur Verfuegung, deswegen schleppte man ja auch immer seine eigene Rolle mit sich rum. Wenn sich also jemand wundert, wieso ich auf den Fotos so eine ausgebeulte Beintasche an meiner Hose habe, das ist nur gepressetes Klopapier. Ausserdem frag ich mich jedesmal, warum der Muelleimer bei mir im Bad so weit weg steht, da kommt man ja vom Klo aus gar nicht dran, um das Papier reinzu --- ach ne, denk ich dann wieder, brauch ich ja gar nicht. Hierzulande darf man das Papier ja zusammen mit dem Spuelwasser entsorgen. Komisch, damals nach dem Kretaurlaub, wo die gleichen Toilettensitten herrschten, hatte ich weniger Umstellungsprobleme. Aber da war ich ja auch nur eine Woche. Und nach all den Verrenkungen auf der unterdimensionierten Bordtoilette letztes Jahr im Segelboot war ich zu Hause einfach nur wieder froh, bequem zu sitzen. Scheiss auf das Klopapier.

Was ich ueberhaupt nicht vermisse, sind die peruanischen Verkehrsregeln. Oder besser gesagt, deren totale Abwesenheit. Beim Autofahren in Peru gibt es naemlich nur ein Gesetz, naemlich das des dreisteren. Der muss gar nicht mal staerker sein, es reicht voellig wenn er schneller vorankommen will als alle anderen um ihn rum. Da wird dann wild und kontinuierlich die Spur gewechselt, andere Autos geschnitten, gehupt ohne Ende, Staus an einer Kreuzung werden links ueberholt um dann an der Ampel rechts quer durch den gesamten Gradeausverkehr abzubiegen, und Rueckspiegel zaehlen ueberhaupt nichts, die werden nur zum Wegklappen beim Touchieren mit dem Nebenmann gebraucht (als Abstandswarner sozusagen). Hupen macht ueberhaupt den groessten Teil des Autofahrens da unten aus. Ich glaube Fahrpruefung und Tuev (wenns sowas gibt, was ich beim Zustand der meisten Autos doch stark bezweifle) laufen in etwa so ab:


Pruefer: Hup mal.

Fahrer: *drueck* MOOOOOEEEEEPPP

Pruefer: Fernlicht?

Fahrer: *klickerklicker* *blendauf*

Pruefer: Fein. Hier ist der Schein.

Das Fernlicht braucht man naemlich als Ersatzhupe, weil in manchen Bereichen Hupen untersagt ist.

Das Konzept von einem bindenden Regelwerk fuer alle Verkehrsteilnehmer (naja gut, bindend fuer alle ausser Heinsbergern, Bergheimern, Hollaendern, Belgiern, Besitzern von Autos jenseits der 15000Euro-Marke und anderen Randgruppen jedenfalls) ist in Peru jedenfalls gaenzlich unbekannt, allenfalls hat mal jemand von so einem neumodischen Zeug gehoert, was die Leute jenseits des grossen Teichs benutzen. Vielleicht erzaehlen das ja auch die Eltern Ihren Kindern, wenn die nicht artig sind: 'Also pass mal auf Juan, wenn Du Deinen Teller jetzt nicht aufisst, musst Du zur deutschen Fahrschule' - *schreistopfkauschluck*.

Zu diesem Post duerft Ihr uebrigens keine Kommentare schreiben. Das habt Ihr jetzt davon, dass Ihr hier immer alles vollschreibt!

Tuesday, August 22, 2006

Da war doch noch was...

Ach ja, der Rueckflug.

Gestern morgen aufstehen um 5, grade rechtzeitig als das Wasser wieder angestellt wurde zum Duschen. Gut fuer die, die Samstag abend das letzte Mal geduscht haben ;-) Dann zum Flughafen, einchecken und Sitzplaetze umbuchen, damit auch jede nebem ihrem Liebsten sitzen kann und ab gings Richtung Lima. Und dann Richtung Guayaquil. Und dann Richtung Madrid. Und dann Richtung Frankfurt.

Haben uns ein bischen gewundert, was all der Aufwand mit den Fluessigkeiten und Gels im Handgepaeck sollte. Bis zu Hause hab ich noch gedacht, dass waer eine Spezialitaet der Suedamerikanern, bis ich die ganze Geschichte mit den geplanten Anschlaegen in England gelesen habe. Aber diese Retroaktivitaet ist ja mal wieder typisch fuer das ganze Pack von Sicherheitsexperten: jetzt, wo es jemand versucht hat, stellen sie fest, dass man Sprengstoff auch aus ganz unscheinbaren Sachen im Handgepaeck zusammenmischen kann. Bin ja schon gespannt was passiert, wenn der erste Idiot auf die Idee kommt, den Piloten mit einem ganz fest gerollten Bordmagazin niederzuknueppeln. Dann verschwinden zwar diese ganzen nutzlosen Zeitschriften (wo nicht mal das Bordkinoprogramm anstaendig erklaert wird), aber man darf auch nix mehr zu lesen mit ins Flugzeug bringen. Oder wie waers mit einer spitzen Holzwaffe, die der Metalldetektor nicht sieht? Dann muessen wir demnaechst alle nackt einsteigen. Vielleicht sollte man fliegen einfach ganz per Gesetz verbieten?

Aber ich schweife ab.

Die Fluege waren recht unspektakulaer, mal abgesehen davon, dass bei meinem ersten Ausflug auf die Bordtoilette die Stewardummies ueberzeugt waren, ich wuerde da drinnen rauchen, was sie zunaechst mit heftigem Klopfen und dann durch Oeffnen der Toilettentuer zu unterbinden versuchten. Dass ich ueberhaupt nicht rauche wollten sie mir kaum glauben, als ich, endlich wieder angezogen, die Toilette verliess und erst laengers ausgiebiges Schnuppern hat sie dann wohl ueberzeugt, dass ich die Wahrheit sage. Leider war ich ein bischen perplex um denen mal anstaendig die Meinung zu sagen, dass muss ich wohl mit einem kleinen Beschwerdeschreiben an die Fluglinie noch nachholen.

Die Patricia, ihres Zeichens eingeschfleischte (haha!) Vegetarierin, hat auf allen vier Fluegen die Arschkarte gezogen, vegetarisch stand naemlich nicht auf dem Speiseplan, und selbst auf den allseits vorhandenen Kaesebroetchen lag eine Scheibe Schinken mit drauf. Trotz Michaels Beteuerungen, dass er es explizit fuer sie bestellt haette. Aber bei den Suedamerikanern wundert mich gar nix mehr.

In Madrid hatten wir soviel Aufenthalt, dass wir noch einen Ausflug mit Bus und U-Bahn in die Innenstadt gemacht haben. Fruehstueck, Kathedrale gucken, Sonne geniessen - das uebliche Touriprogramm eben.

Muss ich noch erwaehnen, dass mein Zug von Koeln nach Aachen 20 Minuten Verspaetung hatte? Wohl kaum, das ist ja normal. So um 10 war ich dann jedenfalls endlich zu Hause.

Da bleibt ja nur noch, ein kleines Fazit zu ziehen:

War toll!

So. Dass muss reichen. Und ganz zum Schluss nochmal ein ganz herzliches Dankeschoen an den Michael, der alles fuer uns organsiert und gebucht hat und der aus den Vorgaben von Wave ein tolles Programm gestrickt hat. Alles Gute fuer Deine restliche Zeit da unten, vielleicht bis demnaechst in Deutschland und nochmal: danke!

Sunday, August 20, 2006

Shopping Tour in Cusco

Heute fing der Tag doch mal prima an. Naemlich mit einem ausgedehnten Fruehstueck im Trotamundos Cafe direkt and der Plaza de Armaz im Herzen von Cusco mit Aussicht auf die dort stattfindenden Paraden, Flaggenhissungen und flammenden Reden die gehalten wurden. Danach gings auf die Maerkte (und vorbei an den Kirchen und Kathedralen, die ein bis zwei Euro Eintrittsgeld haben wollten, damit man sich zum hundersten Mal graue Steinwaende und gueldene Altaere begucken kann) um die Daheimgebliebenen mit Andeanischen Kreuzanhaengern, Coca-Schokolade, Alpacatischdecken, Panfloeten, Llamadungmuetzen, T-Shirts und all dem anderen Schnickschnack zu versorgen, den man auf den hiesigen Touriabzockermaerkten so ersteigern kann. Ich hab auch endlich mein Cusquena-Trickot bekommen, um beim naechsten Sportevent (wo ich keinen weissen Anzug tragen muss) meine Verbundenheit zum hiesigen Bier zum Ausdruck zu bringen. Das war bisher daran gescheitert, dass ich eins in L haben wollte (immer vorhanden) und die Nadja eins in M fuer ihren - aeh - Neffen?, aber so kleine Hemdchen gabs in fast keinem Laden. Und wir wollten natuerlich zusammen kaufen, um einen Vielkaeuferrabatt rauszuschinden.

Das mit dem Feilschen klappte mit der Zeit immer besser. Am Anfang liefen Einkaeufe bei mir noch nach dem Motto 'Was, diese Panfloete kostet 10 Soles? Hier bitte!', nachher hab ich die Leute einfach so lange strafend angeschaut und zweifelnd den Kopf geschuettelt, bis sie mindestens 30% nachgelassen haben. Und dann gefragt, wie teuer zwei sind.

Zwischen dem Einkaufswahn und dem Abendessen hab ich schonmal den Rucksack gepackt, um mir die Merharbeit am Montagmorgen zu ersparen, und gegessen wurde leicht oberhalb vom Hotel in einem Restaurant, was wir nachmittags schon ausgespaeht hatten. Da gabs dann ein letztes Mal Forelle in Knoblauch, wieder sehr lecker, ein Abschiedsgeschenk fuer Michael und ein Flaeschchen Dunkelbier fuer meine Wenigkeit. Das aber auch erst nachdem der Kellner mein trauriges Gesicht nach seinem 'no tengo' gesehen hat und nebenan eins geholt hat.

Dafuer gabs im Laedchen unten am Hotel das Bier Viererpackweise und zusammen mit einer Pulle Wein haben wir uns den letzten Abend der Reise dann in unserem Zimmer (war ja ein Zehnerzimmer) versuesst.

Saturday, August 19, 2006

Nochens Machu Picchu

Wie gesterntags (als der Trubel noch so feeeeerne laaaag!) besprochen gings also heute um 5 zum Fruehstueck, so dass wir um 5:40 auf die letzten Nachzuegler zu warten und den ersten Bus nach oben zu verpassen. Komisch, wer hatte gestern noch auf das fruehe Aufstehen bestanden? Wieder mit dem Bus die Serpentinen rauf nach Machu Picchu (guckst Du hier: http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&q=&ie=UTF8&ll=-13.162817,-72.53912&spn=0.030923,0.045061&t=h&om=1) und schnurstracks zum Einstieg in den Wayna Picchu. Da gibts naemlich ein Tor wo man registriert wird, weil jeden Tag nur 400 Leute hoch duerfen und auch alle wieder runterkommen muessen. Anhand der Namenslisten kann man dann leichter feststellen, wer sich vom Berg gestuerzt hat, falls das grade keiner gesehen hat.

Der Aufstieg war schoen in der kuehlen Morgenluft, stimmungsvolle Nebelbaenke verhuellten die Sicht in dei Abgruende und der Weg variierte zwischen breiten Pfaden, schmalen hohen Felstreppen in allen Variationen. Kurz vor dem Gipfel gabs dann noch einen kleinen Tunnel zum durchkriechen (zum Glueck ueber Felsstufen und nicht durch den Matsch), da war ich schon ganz froh, dass da noch keine beleibte Person drin feststeckte und den Weg blockierte. Oben auf dem Gipfel wars leider maechtig unspektakulaer, weil der nur aus zerkluefteten Felsen bestand und in etwa die Groesse meines Schlafzimmer hatte. Ausserdem war rundrum Nebel und eigentlich nichts zu sehen.

Kurz vor dem Gipfel war uns auch der Michael schon wieder entgegengekommen. Dem war es oben zu voll und zu eng, da isser schonmal langsam wieder abgestiegen. Soviel zum Thema der Aufsichtspflicht. Wir anderen sind dann langsam hinterher, ich hab mit Nadja auf der naechstunteren kleinen Ebene pausiert und gewartet, dass sich die Nebel lichten und ein bischen was von Machu Picchu zeigen. Nach einer halben Stunde, in der wir blenden von den Spaessen der ebenfalls wartenden Italienern (von denen sich einer regelmaessig ueber die Felskante ins Tal bis zur naechsten Terassenebene stuerzte) und der kreativen Schuhmode der anderen Touristen (unglaublich womit manche Leute auf einen Berg steigen - wenn die Einheimischen Flip Flops tragen, glaub ich ja noch, dass die das gewohnt sind, aber Touris????) unterhalten wurden, rissen die Nebel dann tatsaechlich ein bischen auseinander und gaben immer ein paar Ausschnitte der Ruinenstadt preis. Der Abstieg war dann auch halb so wild, weil inzwischen die ganzen nassen und glitschigen Steine ein bischen abgetrocknet waren und wir sind alle heil unten angekommen.

Unten haben wir uns dann noch ein bischen die Ruinen mit dem Reisefuehren in der Hand beguckt, auch den Hintereingang von Machu Picchu, von dem man noch eine Bruecke bewundern, aber nicht betreten kann (was auch gut so ist - man sah hinter der Bruecke zwar noch anhand der Begruenung wo der Trail mitten an der senkrechten Felswand entlang gewesen sein muss, aber der muss verdammt eng gewesen sein). Gegen Mittag sind wir dann wieder runtergefahren, haben uns in ein Cafe gesetzt um Kaffee zu trinken (Ueberraschung!) und sind so grade noch dem Regenschauer entgangen, der Aguas Calientes geflutet hat.

Gegen zwei (oder 3?) gabs dann noch ein ausgedehntes Mittagsbuffet direkt an den Bahngleisen, was maechtig lecker war (es gab auch endlich mal wieder das leckere dunkle Bier) und dann gings per Bus und Bahn zurueck nach Cusco, wo wir auf weitere Fressorgien verzichtet und stattdessen den lokalen Pub um seine Pisco-Vorraete erleichtern haben. Da gabs sogar eine Dartscheibe, die wir im Verlauf des Abends verunsichert haben. In meinem grenzenlosen Grossmut (und weil ich nicht wollte, dass ich wegen zuviel Trainings bei der Arbeit ^D^D^D^D^D^D^D^D^D^D^D^D^D^Dzu Hause vom Spiel ausgeschlossen werde) habe ich verkuendet, dass fuer mich nur die Doubles und Triples zaehlen, weil die anderen ja nicht so so erfahrene Spieler waren.

Ja.

Wie soll ich sagen?

Also, als die Steffi fertig war, hatte ich immerhin zweimal die Triple Eins getroffen. Keine Ahnung ob's am Pisco lag, oder an den Darts (waren Steeltips, oder neudeutsch Stahlspitzen, also keine elektrische Scheibe) oder am Abstand der Abwurflinie, die vielleicht zwei Zentimeter naeher an der Scheibe war als vorgeschrieben, aber das war jedenfalls nicht mein Spiel. Bei der naechsten Runde (Dart und Pisco Sour) hab ich dann wieder alles gezaehlt und wollte nur doppelt aus machen, und da bin ich immerhin bis auf 16 runtergekommen bevor das Spiel vorbei war.

Dann hab ich geschmollt und bin ins Bett gegangen.

Thursday, August 17, 2006

Machu Picchu

Heute war es endlich soweit. Wir sind nach Machu Picchu (Gesundheit!) gefahren. Erstmal mit dem Zug nach Aguas Calientes, das ist das kleine Dorf im Tal unterhalb von Machu Picchu (und besteht fast ausschliesslich aus Hotels, Restaurant und Souvenirshops) und dann mit dem Bus bis oben.

Als wir da waren, sind wir erstmal ein Stuendchen oder zwei den Inkatrail zurueckgewandert. Laut Programm sollten wir den ja eigentlich zwei Tage lang bis Machu Picchu hochlaufen, aber WAVE Reisen hat leider verschlampt, uns da auch anzumelden. Was sicher noch ein Nachspiel haben wird.

Danach gabs dann noch eine freundliche Fuehrung von dem Guide von gestern durch die Ruinen und zum Abschluss haben wir einfach noch ein bischen oben auf den Terassen gesessen und die Aussicht genossen.

Und jetzt muss ich vor dem Essen noch schnell duschen gehen. Morgen fahren wir eh nochmal rauf, dann kann ich ja was mehr erzaehlen.

Kleiner Nachtrag:

Abendessen gabs beim Franzosen vor Ort. Feines Essen zum gehobenen, aber keineswegs teuren Preis. Bei mir gabs ne halbe Forelle in pikanter Sosse und ein halbes Pfefferhuhn (oder war das in Cusco??? Die Erinnerungen verschwimmen so langsam), danach Obstsalat und mal wieder Mousse au Chocolat. Superlecker, nur leider serviert von den unfreundlichsten Bedienungen die mir hier bisher untergekommen sind. Das ganze garniert mit hitzigen Diskussionen um das morgige Tagesprogramm, weil 70% Prozent der Gruppe mit Michaels geplanter Doppelbergbesteigung nicht einverstanden waren und lieber nur einen Berg machen wollten, aber nicht alle den gleichen und ausserdem scheinbar keiner alleine irgendwo hochsteigen darf, wegen Gefahr und Aufsichtspflicht des Reiseleiters und so Kleinkram. Letzten Endes haben wir uns dann geeinigt, erst den Wayna Picchu zu besteigen (das ist auf fast allen Machu Picchu Fotos der hohe Berg rechts hinter den Ruinen) und danach den Machu Picchu (das ist der Berg auf der anderen Seite, von dem aus fast alle Fotos von den Ruinen gemacht werden). Alles in Begleitung des Guides, damit wir ihn hinterher nicht wegen seiner verletzten Aufsichtspflicht verklagen.

Wednesday, August 16, 2006

Sacred Valley auf dem Weg nach Ollanta

Donnertstag. Heute ist Donnerstag. Donnertstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Heimflug. Mist, ich brauch nur noch eine Hand, um abzuzaehlen, wie lange wir noch hier sind.

Heute ging es per Kleinbus Richtung Machu Picchu. Mit einem grossen Stop in Pisaq, wo es einige Inkruinen am Berg zu bewundern gab. Und einen Markt mit Souvenirstaenden, wo ich mich mal eingedeckt habe. Nicht mit Souvenirs, aber zwei T-Shirts und eine Wollmuetze mit Ohrenwaermern. Kann man sicher mal irgendwann brauchen. Ausserdem gabs hier Meerschweinchen zu bestaunen. Zum einen in lustigen dreistoeckigen Gehegen, wie sie da emsig durcheinanderlaufen und sichs gutgehen lassen, und zum anderen frisch und knusprig aus dem Ofen.

Die essen hier Meerschweinchen. Hab ich ja schon oft von gehoert, und auf Fotos gesehen, aber so ein ganzes Vieh am Stueck auf dem Tablett aus dem Ofen war mir bisher neu.

Naechster Stop war Ollanta und die Bergfestung Ollantaydingsda. Bamba? Tambo? Die Namen ziehen hier schneller vorbei, als ich sie behalten kann. Haben hier einiges ueber den Terassenbau der Inkas gelernt. Ueberhaupt haben wir einen tollen Reisefuehrer hier. Spricht hervorragend Englisch, weiss wovon er spricht und wuerzt seine Geschichten immer mit einer Prise netter Lebensweisheiten. Sehr nett. Auch wenn ich mit seinen Ansichten ueber die Energien des Unversums und der Menschen und dem ganzen Rest nicht soviel anfangen kann. Aber hauptsache unterhaltsam und verstaendlich.

Abendessen gabs im Restaurant gegenueber vom Hotel in Ollanta. Nett, aber nicht spektakulaer. Ausserdem gabs kein Cerveza Negra, das ist die sehr dunkle Variante vom dem normalen Bier hier. Schmeckt sehr suess und erinnert ein bischen an Malzbier, hat aber die volle Umdrehungszahl. Nach dem Essen hab ich mich dann mit Michael und Markus aufgemacht, noch irgendwo Bier aufzutreiben. Um 9 Uhr war allerdings schon ziemlich tote Hose in dem Ort, und als wir endlich eine Kneipe gefunden hatten, die noch Bier ausschenkte, hat Michael ein Internetcafe gegenueber gesehen und die Bierplaene spontan nach /dev/null gepiped. Dann hab ich halt mit dem Markus alleine die Biervorraete von dem netten Wirt dezimiert, immerhin gabs Dunkles.

Tuesday, August 15, 2006

Stadrundgang in Cusco

Heute gabs mal ein leckeres Fruehstueck. Im Cafe unten am Plaza del Armaz, das ist hierzulande immer der zentrale Hauptplatz. Broetchen, Marmelade, Ei, Obstsalat. Guter Kaffee. Gut, das ganze hat uns auch um satte 2 Euro fuffzig erleichtert, aber was tut man nicht alles fuer ein leckers Essen. Danach gings dann in Kleingruppen auf Stadtrundgang, ich war mit Nadja, Jessy und Markus unterwegs. Haben ein paar Maerkte mit Tourikram abgeklappert und stundenlang gewartet, bis die Damen sich fuer ein paar T-Shirts entschieden hatten ;-) und dabei gleich schonmal festgestellt, dass die ganzen Laeden irgendwie alle das gleiche verkaufen.

An Kulturprogramm gabs Kirchen und Festungen mit den Geschmacksrichtungen Inka und Christentum. Die Kirche, deren Namen mir grade entfallen ist, wurde naemlich auf den Resten alter Inkatempel erbaut, die man heute noch besichtigen kann. Und die Festung Saqsaywaman (sprich: sexy women) liegt oberhalb von Cusco imponiert mit ihren Mauern aus riesigen Steinbloecken, die in Inkamanier fein fugenlos zusammengefuegt wurden. Ausserdem ist sie erfreulich uninfiziert von Kirchlichkeit, mal von dem kleinen christlichen Statue auf dem naechsten Huegel abgesehen. Aber davon habe ich ja in Brasilikum schon viel groessere gesehen.

Abendessen gabs sicher auch, hab aber vergessen, was.

Von Puno nach Cusco

Heute war wieder Busfahren angesagt. 7 Stunden im Doppelstoecker. Wir hatten die vordere Haelfte belegt, die hatte deutlich mehr Beinfreiheit als die hintere Haelfte, und bei den Sitzen die ich mit der Jessy belegt hatte, musste ich mich schon ganz schoen strecken, um ueberhaupt an den Sitz vor mir zu kommen. Hatte leider auch den Nachteil, dass die Fahrgaeste ohne Sitzplatz sich dann in dem Freiraum vor unseren Fuessen niedergelassen haben. Der Bus selbst machte auf den letzten 2 Stunden schon etwas merkwuerdige Geraeusche beim Schalten und Bremsen, ht uns aber letztendlich wohlbehalten nach Cusco gebracht.

Abendgegessen haben wir in einer Chifa, das sind kleine Restaurants mit einheimischer und asiatischer Kueche. Auf Michaels Anraten hin haben wir fast alle Huhn mit Gemuese gegessen, das zwar nicht schlecht, aber sehr sojasossenlastig war.

Danach gings dann in den Pub. Jaja, sowas gibts in Cusco. Sogar sehr huebsch, und bei Cocktails fuer 2 Euro kann man ja kaum Nein sagen. Haben wir dann auch nicht. Den ersten, eine dreilagige Farbcreation mit starkem Minzueberschuss, kann ich nicht empfehlen. Den Namen habe ich auch schon wieder verdraengt. Pisco Sour im grossen Glas hingegen schmeckt sehr cremig, den nehm ich gerne wieder. Fast so gut wie Southern Sour, nur eben mit Pisco und geschlagenem Eiweiss. Den naechsten von der Sorte gabs dann kurz vorm Hotel, in einer kleinen Klitsche namens Bunker, wo wir uns zu acht auf ungefaehr 3 Quadratmetern verteilt haben.

Danach hatte ich dann die noetige Bettschwere und mir ist gar nicht so aufgefallen, dass ich schon geraume Zeit ohne Handy unterwegs war. Das hab ich wohl im Bus verloren. Oder in der Waescherei. Weiss ich nicht so genau.

Monday, August 14, 2006

Puno

Oh je, da sind ja schon wieder einige Tage ins Land gegangen ohne dass ich was geschrieben haette. Vielen Dank aber fuer all das Feedback, mit dem Ihr auf diesen Missstand aufmerksam gemacht habt (not!).

Jedenfalls waren heute Ausfluege rund um Puno angesagt. Erstmal natuerlich ein ueppiges Fruehstueck in der Pension, wo wir einquartiert sind, um 8 Uhr (oder eine Stunde frueher fuer gewisse Leute, die Ihre Uhr nicht auf peruanische Zeit zurueckgestellt haben ;-)) und dann gings per Boot raus zu den Schilfinseln. Das sind im Prinzip grosse schwimmende Inseln aus Schilf, auf denen Leute leben. Heute natuerlich nicht mehr die originalen Ureinwohner, die sogenannten Uros, sondern nur noch deren Nachfahren mit verduenntem Blut, die ein bischen die Traditionen aufrechthalten und versuchen, den Touris das Geld aus der Tasche zu leiern. Hat leider bei uns nicht funktioniert. Trotzdem sind die Inseln recht imposant, etwa einen Meter dick, und meistens recht stabil. Nur an manchen Stellen musste man auspassen, da wurde das Schilf dann schon duenner, weils von unten durchgefault war und man konnte sich nasse Fuesse holen. Zwischendurch sind wir dann noch mit einem Schilfboot (die wohl mittlerweile mit einem Kern aus Plastikflaschen gefertigt werden, um die Haltbarkeit von 10 Monaten aus 2 Jahre zu erhoehen, von einer Insel zur naechsten gepaddelt worden, was eine gemuetliche Angelegenheit war. Natuerlich nicht fuer die Frau am Ruder, aber der tat ein bischen Bewegung auch mal ganz gut.

Am Nachmittag gings dann zu den Grabtuermen von Sallustani. Das sind halt Steintuerme, in denen vornehme Herrschaften samt Ihrer Besitzttuemer und Verwandten und Bediensteten begraben wurden. Aehnlich den aegyptischen Pyramiden, nur kleiner, rund, und oben dicker als unten. Den allgegenwaertigern Grabraeubern und Archeologen zum Dank sind es natuerlich heute groesstenteils nur noch eingefallene runde Steintuerme ohne was drin.

Zum Abendessen gabs heute Pizza. Hmmmm!

Sunday, August 13, 2006

Mal was anderes

Ich habe ja angesichts aktuellerer Themen lange nichts mehr zum Thema Katzen geschrieben. Klar, Benjy ist in guter Pflege und Franky schlicht und einfach tot, aber so ganz sicher bin ich mir trotzdem nicht, dass ich nur noch mit einer Katze zusammenlebe, wenn ich heimkomme. Die eine Woche vor dem Urlaub war nicht wirklich genug, um sich diesen Zustand als normal anzugewoehnen. Ausserdem gehen mir Frankys letzte Tage und Minuten nicht aus dem Kopf. Angefangen mit dem Freitag, wo er aufgehoert hat zu fressen, nachdem er sich nochmal so richtig den Bauch vollgeschlagen hat, und mir eigentlich Mut machte, dass sich sein Zustand vielleicht etwas bessern wuerde. Dann der Abend am gleichen Tag, wo er ein letztes Mal meine Naehe gesucht hat, und lange auf meinen Schreibtisch lag und seine Nase in meine vollgeschwitzten Sachen steckte und sich lange hat streicheln lassen. Danach hat er sich ja ziemlich zurueckgezogen und am Sonntag morgen ist er dann zwar recht schnell, aber nicht grade friedlich, gestorben. Jetzt frage ich mich staendig, ob es nicht besser gewesen waere, ihn vorher schon einzuschlaefern und ihm diese letzten Minuten zu ersparen. Ich kann nicht einschaetzen, ob er vorher auch schon gelitten hat, oder ob ihm einfach nur, wie der Tierarzt es beschrieb, unwohl sein und er keine Schmerzen gehabt hat, aber dass die letzten Minuten unangenehm war, da bin ich mir sicher. Andererseits moechte ich diesen letzten Abend des Abschiednehmens nicht vermissen und danach war es schwer abzusehen, wie lange es noch weitergehen wuerde, auch mit der Zwangsfuetterung. Ich hatte mich schon damit abgefunden, ihn nach dem Wochenende zum letzten Mal zum Tierarzt zu bringen, aber dann ging doch alles schneller als ich dachte. Jetzt, im Nachhinein weiss ich, wann der ideale Zeitpunkt zum Einschlaefern gewesen waere, aber das konnte ich da halt nicht abschaetzen. Und trotzdem bleibt der Zweifel, was ich in seinem Sinne haette besser machen koennen.

Jetzt, also wenn ich wieder zuhause bin, bleibt mir wohl nur, Franky in angemessener Erinnerung zu behalten. Als die Katze, die ich zuerst ausgewaehlt habe, und die immer mein Liebling war, weil er so war, wie ich mir meine Katze vorgestellt hatte. Verspielt, verschmust, und immer auf der Jagd nach einem gemuetlichen Platz auf meinem Schoss und einer Streicheleinheit.

Machs gut, Franklin. Ich hoffe, wo immer Du jetzt bist, geht es Dir besser und jemand schwingt einen Laserpointer fuer Dich. Ich haette gerne laenger Deine Dosen geoeffnet.

Zurueck nach Peru

Heute konnten wir mal richtig ausschlafen. Fruehstueck war um 9 Uhr angesetzt, danach noch ein bischen internetten um die letzten Tage aufzuarbeiten und der Bus, mit dem wir wieder nach Peru kommen sollten, war nicht vor 1300 angesetzt. Damit hatten wir also massig Zeit, in der Sonne rumzusitzen, Hamburger zu essen und literweise Cola wegzukippen. Was vor einer mehrstuendigen Busfahrt vielleicht keine ganz so gute Idee ist, aber wer laesst sich von solchen Ueberlegungen schon die Stimmung vermiesen.

Der Bus kam dann auch einigermassen puenktlich, war gemuetlich und bot genug Platz fuer die Beine, ueber so was freu ich mich ja immer besonders. Bis zur Grenze wars auch nicht weit, nur die Ansage von dem Tourgroupie vorne hab ich nicht verstanden, weil der uns auf Spanish die Einreiseprozedur erklaert hat und staendig was von "to peru" erzaehlte. Ja klar, natuerlich wollen wir nach Peru, wissen wir auch. Als er das ganze dann nochmal in Englisch wiederholte, wurde mir klar, dass er uns nur darauf aufmerksam machen wollte, dass die Busfirma tourPERU hiess und wir das in dem Einreiseformular vermerken sollten. Die eigentliche Ausreise aus Bolivien und die Einreise nach Peru erfolgten dann per pedes, indem wir von einer Migracion zur naechsten gewandert sind und uns brav unsere Stempel geholt haben.

Bis Puno warens dann noch etwa 2 Stunden und die Stadt selbst ein echter Schlag ins Gesicht eines jeden Architektur- oder ganz allgemein Staedtefreunds. Beim ersten Durchfahren sah es einfach nur nach Dreck aus. Erst als wir uns vom Hotel aus Richtung Innenstadt aufgemacht haben, merkte man, dass es in der Fussgaengerzone auch ein paar huebsche Laeden (sprich: Gastronomiebetriebe) neben den ganzen Tourishops und Wechselstuben gab. Dank letzterer sind wir jetzt immerhin das aus Bolivien bekannte Problem der Bolivianolosigkeit los und konnten uns alle satt mit peruanischen Soles, dem hiesigen Euro sozusagen, eindecken.

Abendessen gabs in einem Tourilokal. Ein komplettes 3-Gaenge-Menu zum Preis von sage und schreibe 2 Euro. Plus Getraenken. Gut, die Menuportionen fallen nicht so ueppig aus wie die a-la-carte-Bestellungen, aber gereicht hats schon. Dazu gabs dann noch eine halbe Stunde Unterhaltung von Panfloetenspieler, Seiteninstrumentschraddlern und einem minderjaehrigen Paukenschlaeger, der noch dazu recht schraeg sang. Leider sassen wir direkt vor der Buehne, so dass wir in der direkten Genuss jeder musikalischen Nuance kamen und Gespraeche am Tisch rabiat unterdrueckt wurden. Aber schlecht war die Musik nicht. Nur halt laut.

Saturday, August 12, 2006

Isla del Sol

Heute gings per Faehre auf die Isla del Sol, die groesste Insel im Titicacasee. Hat uns im Schneckentempo etwa zwei Stunden gekostet, dann gabs erstmal ein ausgiebiges Fruehstuecksbuffet auf einem heiligen Stein, der praktischerweise Esstischformat hatte. Die Touris, die den Stein fotografieren wollten, fandens nicht so toll, den Parkwaechtern wars seltsamerweise egal.

Per pedes haben wir dann die Insel ueberquert und so grade noch die letzte Faehre zurueck erwischt. Bis auf Jessy und Moni, die wollten naemlich von der Nordspitze der Insel zurueckschippern, haben aber das letzte Boot nicht mehr gekriegt und mussten sich von einem Fischer zur Suedspitze bringen lassen.

Abends gabs Pizza im Hotel. Hab leider geschmacklich nicht die beste Wahl getroffen, dafuer war die Pizza so riesig, dass ich am Schluss ziemlich stopfen musste.

Friday, August 11, 2006

Von La Paz zum Titicacasee

Das uebliche. Fruehstueck, Taxi, Bus. Nur dass der Bus diesmal kein Reisebus war, sondern so eine kleine, unbequeme Angelegenheit, mit der die Einheimischen hier von Stadt zu Stadt reisen. Zwischendurch mussten wir den Titicacasee per Faehre ueberqueren, die Passagiere in einem Boot und der Bus auf einer Barke, die gefaehrlich schwankte.

Das Hotel hier in Copacabana ist huebsch und sauber. Abendessen gabs im Restaurant, leckere Forelle, aber winzige Portioenchen.

Thursday, August 10, 2006

La Paz

Heute bestes Fruehstueck der ganzen Reise, wird wohl kaum noch zu toppen sein. Croissant, butter, Marmelade, Obstsalat, Omelett, guter Milchkaffee. Alles zusammen fuer unfgefaehr 3 Euro.

Am Vormittag Stadtrundfahrt im oben offenen Touribus. Ganz spannende Angelegenheit, weil naemlich die ganzen La Pazschen Stromkabel bis auf ein paar Zentimeter ueber den Bus hingen und dem Detlef gleich am Anfang die Sonnenbrille vom Kopf gefegt haben. Kommt davon, wenn man waehrend der Fahrt aufsteht... Sonst ist aber nix passiert.

An einem Punkt haben wir angehalten, da gabs eine prima Aussicht ueber einen Teil der Stadt. Einen noch besseren Ausblick gabs, nachdem ich einen Huegel hochgeklettert bin, danach musste ich allerdings auch erstmal 3 minuten lang nach Luft japsen. Sind halt doch 3000m Meter hoch.

Am Nachmittag sind wir dann so ein bsichen durch die Stadt gebummelt, haben uns den Zaubermarkt angeschaut (da gabs aber ausser ein paar mumifizierten Alpacababies nix zauberhaftes zu sehen), uns durch das Coca-Museum gequetscht (Viel Fotos und erfreulicherweise deutscher Text zur Geschichte des Coca auf der Flaeche meines Wohnzimmers) und ausgiebig Kaffe und Kuchen konsumiert.

Wednesday, August 9, 2006

Von Chile nach Bolivien

Heute gings per Bus Richtung La Paz in Bolivien. Erstmal mit einem Shuttle von unserem Quartier rauf an die Hauptstrasse, da sind wir dann in den Bus, der von Arica hochkam gestiegen. Ausnahmsweise war das Unterhaltungsprogramm mal ertraeglich, es gab englische Untertitel und gemaessigte Lautstaerke und halbwegs ansehnliche Filme.

In La Paz sind wir dann direkt am Bus von zwei Polizistinnen bis zum Taxi eskortiert worden, damit wir auch ordnungsgemaess zum Hotel kommen. Das Hotel ist ok, unser Zimmer hat einigermassen Platz und ein eigenes Bad. Keine Klagen.

Abendessen in einer kleinen Klitsche ums Eck vom Hotel. Gutes Essen, aber die arme Frau musste staendig rausrennen um irgendwas einzukaufen, weil sie wohl nicht mehr mit elf hungrigen Gaesten gerechnet hat.

Tuesday, August 8, 2006

Lauca die zweite

Heute Abfahrt um 7:30 ohne Fruehstueck. Wir haben einen festen Zeitplan, der im Laufe des Tages mehrfach ueber den Haufen geworfen wird. Ich beschreib mal, was wirklich war:

Fruehstueck gabs in einer kleinen Huette im Nirgendwo. Eine Handvoll Broetchen, ein paar Scheiben Kaese und Wurst und Tee und Kaffee. Nach unseren Ist-das-alles-Beschwerden gibts mehr Brot und Ruehrei bis zum Abwinken. Gesaettigt setzen wir uns wieder in den Bus. Nach ein paar Fotostops am oertlichen schneebedeckten Vulkan (den Namen reich ich gelegnetlich nach, hab die Karte grad nicht mit) begeben wir uns auf eine Rundwanderung durch die Vulkannahe Landschaft. Hier gibts wieder Chinchillas und diverse Wasservoegel. Gut das wir dem Berg keine Lizenzgebuehren fuer die Fotos zahlen muessten, dann waeren die Reisekassen jetzt naemlich leer. Von hier aus weiter zur Thermalquelle nahe Putre. Ich hab mich ins schlammig braune Wasser nicht reingewagt, aber die vier die drin waren, fandens toll. Dafuer haben wir nichtschwimmer dann in der Sonne gesessen. Die mir heute uebrigens ziemlich zugesetzt hat, ich hab meinen Hut wohl ein bischen spaet aufgesetzt, jetzt hab ich Kopfschmerzen. Nach dem Baden gings zurueck nach Putre, wo wir dann ein spaetes Mittagessen eingenommen haben. Huhn mit Reis, aber in anderer Konsistenz und Wuerzung. Lecker. Jetzt hab ich einen Platz im Indernettcafe ergattert und muss mal die ganzen Emails checken, die Ihr mir schreibt.

Monday, August 7, 2006

Lauca Nationalpark die Erste

Heute muss wohl Montag sein. Die Dusche im Sammelbad gibt nicht genug heisses Wasser fuer mehr als eine Person, also wechseln wir uns ab mit Wasser aufdrehen. Nach dem kleinen Fruehstueck gehts mit dem Bus in die Berge. Also von den dreieinhalbtausend Metern wo wir wohnen rauf auf vier vier. Kleine Rundwanderung, wo wir Chinchillas und Wuestenmaeuse sichten. Alle geben sich sehr fotogen. Lunch im naechsten Dorf faellt beinahe aus, weil in dem Hostel, wo wir auch fuer die Nacht eingebucht sind, keiner ist. Unsere Guides bekochen uns in der lokalen Polizeistation. Danach gehts weiter zu einem Salzsee, wo Massen von Flamingos hausen. Richtig nah ran kommen wir aber nicht, weil die feigen Biester immer gleich das Weite suchen. Da hilft auch mein 320mm Tele nicht viel. Zurueck zum Mittagessensdorf, wo mittlerweile jemand ist, der uns einlaesst. Als wir feststellen, dass kein Oel fuer den Generator und somit kein Strom fuer Licht oder warmes Wasser da sind, beschliessen wir die Rueckkehr nach Putre. Da gibts das gleiche Abendessen wie gestern, Huhn mit Reis. Ist aber lecker.

Sunday, August 6, 2006

Auf nach Chile

Aufstehen um 6:30, Fruehstueck gibts nicht. Hotelpersonal hat uns wohl vergessen. Geburtstagskuchen fuer Detlef gibts auch nicht, weil der krank ist. Taxi zum Busterminal, da grosses Chaos, weil wir irgendwie am falschen Schalter sind. In letzter Sekunde kommen wir noch so in den Bus rein, der ganz angenehm ist. Annehmbare Filme in akzeptabler Lautstaerke und sogar einen kleinen Snack zwischendurch. Unser Sekt und Kuchen sind aber besser. In Tacna nehmen wir Taxis um ueber die Grenze nach Chile zu fahren. Alte Chevy Caprice Spritschleudern, ganz stilvoll. Einreise verlaeuft problemlos und schon sind wir in Arica. Von da aus gehts mit dem Minibus weiter nach Putre, wo wir in einem kleinen Hostel Quartier beziehen.

Saturday, August 5, 2006

Heute gehn wir mal richtig steil

Aber richtig. Aufstehen um 2. Drei Stunden bergaufwandern im Dunkeln aus dem Canyon raus. Fruehstueck, Rueckfahrt nach Arequipa.

Friday, August 4, 2006

Rein in den Colca Canyon

Von Chivay non-stop zum Start unserer Wanderrute. Abstieg in den Colca Canyon, Hoehendifferenz etwa 1100m. Im Canyon entlang der Berge auf und ab Richtung Nachtlager, zwischendurch Mittagspause in einer kleinen Huette am Weg.

Am Lager wieder eine Thermalquelle, nicht so heiss wie gestern, aber angenehm, wenn man in Bewegung bleibt. Kein Strom, und wir haben kleine Strohhuetten, in denen unsere Betten stehen. Nett.

Thursday, August 3, 2006

4900m

Muss mich mal kuerzer fassen, hab nicht mehr viel Zeit. Ich fuell dann die Luecken spaeter auf.

Fahrt nach Chivay, ueber einen 4900m hohen Pass. So hoch war ich noch nie auf festem Boden. Ganz schoen duenne Luft da. In Chivay kleine Wanderung durch pre-inkanische Ruinen und zum Thermalbad. Rappelvoll da, aber lecker heisses Wasser zum Baden.

Wednesday, August 2, 2006

Arequipa

Heute morgen vor dem Fruehstueck erstmal ein paar Fotos vom Hotel und Umgebung gemacht. Das Hotel ist naemlich arg kolonial und verschachtelt gebaut, aber eigentlich huebsch, wenn auch renovierungsbeduerftig.

Nach dem Fruehstueck, was wir in einem Cafe ausserhalb des Hotels eingenommen haben (das lustigste daran war, wie alle versucht haben, mit ihren Tischen im wandernden Schatten zu bleiben), haben wir uns dann ein bischen in der Naehe des Plaza del Armaz rumgetrieben. Hauptsaechlich um Geld und Medikamente aufzutreiben, aber auch um ein paar huebsche Gebaeude zu fotografieren und uns die riesige Markthalle anzuschauen, wo alle moeglichen Lebensmittel feilgeboten wurden.

Nachmittags gabs eine Fuehrung durch das Kloster San(ta?) Catalina, was ein etwa zwei Blocks umfassender komplett abriegelter und vermauerter Bereich im Zentrum Arequipas ist. Hier haben frueher Nonnen in totaler Abgeschiedenheit gelebt, aber inzwischen sind die Sitten lockerer und es gibt eben auch Fuehrungen durch ausgewaehlte Klosterbereiche.

Abends bin ich mit Markus nochmal ins Staedtchen gegangen, um ein bischen Sightseeing nachzuholen, was wir nachmittags verpasst hatten. Ausser zwei Kirchen und dem geschaeftigen, smoghaltigen Treiben gabs aber nicht mehr viel zu gucken.

Tuesday, August 1, 2006

Flugtag

Gestern abend war nicht mehr viel. Nach dem Abendessen noch ein Bierchen oben auf der Dachterasse vom Hotel gechluerft und einen Pisco, aber dabei bin ich dann schon fast eingeschlafen. So ab 4 Uhr nachts, als ich mal das Fenster aufgemacht habe um frische Luft rein- und alte Luft rauszulassen, haben sich dann draussen die Haehne die Haelse wundgekraeht, war ein richtiger Wettstreit im Gange. Fruehstueck gabs dann reichlich, wieder oben auf der Dachterasse. Obwohl, Wintergarten passt da wohl eher, das ganze oberste Stockwerk unterm Dach war naemlich rundum verglast, mit Ausblick ueber die ganze Stadt (der leider nicht so spektakulaer ist). Nach dem Fruehstueck waren wir dann noch ein paar Broetchen fuer die Weiterfahrt am Nachmittag kaufen, bei einer Strassenhaendlerin um die Ecke. Die hatte einen kleinen Karren mit Broetchen und als wir auf sie losgingen, zog sie freudestrahlend eine kleine Hupe aus der Tasche und troetete los.

Danach waren dann die Geoglyphen angesagt. Wir also auf zum Flughafen, wo wir waehrend der halben Stunde Wartezeit eine kleine Geoglyphen-Doku gezeigt kriegten, und danach durften wir dann schon an die Flieger. Wir hatten zwei Propellermaschinchen mit jeweils 6 Plaetzen (inklusive Pilot), wurden da reingepfercht (ich hatte mit Jessy die beiden hinteren Plaetze, sehr schoene Aussicht), anschnallen, Kopfhoehrer an und... warten. Auf die Startfreigabe. Dauerte dann noch ein paar Minuten. Als wir in der Luft waren hat der Pilot dann nacheinander ein paar Tierbilder angeflogen und ist dann jeweils einen Kreis ueber jede Fluegelspitze geflogen, so dass wir alle mal einen guten Blick drauf werfen konnten. So haben wir den Wal, Astronaut, Hund, Condor, Spinne, Kolibri, Alcatraz (auch ein Tier, aber keine Ahnung was fuer eins), Papagei, Baum und die Haende gesehen. Plus natuerlich viele Linien und Dreiecke, die sich durch die Landschaft zogen. Schon recht beeindruckend, aber ich hatte mir die Bilder ehrlich gesagt viel groeser vorgestellt. Lag vielleicht an der Flughoehe. Ich hab natuelich fotographiert wie bloed, aber auf dem kleinen Display ist die Auswertung ziemlich muehselig, deswegen werd ich mir mal erst zu Hause anschauen, wie die Bilder geworden sind. Im anderen Flieger haben wohl nicht alle die Kurvenfliegerei so gut verkraftet wie wir...

Um die Wartezeit auf die Weiterreise zu verkuerzen, haben wir dann in Nazca noch einen Happen gegessen. Erstmal Huehnersuppe, dann ein Huehnerfleischgericht. Habs denn bloeden Viechern fuer letzte Nacht heimgezahlt!

Der Bus, der uns nach Arequipa bringen sollte, war leider nicht mehr so schoen wie der gestern. Enge Sitze wir bei der Air France in der Holzklasse. Nur das Unterhaltungsprogramm war aehnlich, statt Jean Claude gabs Steven Seagal in Serie, aber genauso laut.

Das Hotel hier in Arequipa ist nett. Zwar nicht von uebertriebener Sauberkeit, aber immerhin haben wir (Markus und ich) ein eigenes Bad mit fliessend Warmwasser.