Obwohl, einen hab ich noch. Den Rückflug. Da hatte ich mal wieder das Glück, am Notausgang zu sitzen, zusammen mit ein paar anderen oberschlauen Deutschen, die total überrascht waren, daß man hier ja tatsächlich Beinfreiheit hat. Den breitesten von denen hatte ich natürlich neben mir sitzen, dessen Schultern quollen gradezu rechts und links über die Armlehnen. Ganz mein Glück. Allerdings hat sich mein Glück diesmal zu meinem Glück ein bischen verrechnet, und wir hatten immerhin den Mittelgang zwischen uns, so war es dann doch noch ganz erträglich. Wer nicht ganz so erträglich war, war der Typ eine Reihe weiter hinten, auf der anderen Seite am Fenster. Erstens quasselte der ohne Punkt und Komma, und wenn er dann doch mal eine Pause machte, dann dauerte es keine zwei Sekunden bis sein Sitznachbar, offenbar ein eingefleischter Masochist, ihm eine Frage stelle und den nächsten Redeschwall auslöste. Und zweitens hatte der eine extrem unangenehme Stimme, die zwar nicht besonders laut, aber trotzdem sehr weittragend war, und die schnitt extrem durch das übliche Flugzeughintergrundrauschen geräuschbrei aus Fluggeräuschen und dem panischen Geschrei der Passagiere.
Rein essentechnisch war der Rückflug ziemlich enttäuschend nach den Businessclass Menus auf dem Hinflug. Es gab zwar ein paar Sandwiches und Getränke, aber die waren wohl nicht im Preis mit drin, sondern die mußten wir selbst bezahlen. Zu wie erwartet eher üppigen Preisen.
So. Und jetzt ist wirklich Ende. Morgen hol ich mir die Katzenviecher wieder.
Sunday, May 28, 2006
Fünfter Tag. Das Ende.
So. Kommen wir nun zum Schluß der Geschichte. Nachdem der Tag ja gestern tatsächlich einigermaßen produktiv war, haben wir ihn dann des abends in der Temple Bar (das ist eine Straße in Dublins Stadtzentrum, wo am Wochenende doch ziemlich der Bär steppt) bei ein paar Guiness ausklingen lassen. Wir, das waren neben mir noch die beiden Kollegen aus Italien und Kroatien, mit denen ich das Büro geteilt habe. Wobei ich der einzige Guinesstrinker war, die anderen beiden haben sich mit Budweiser und Ananassaft(!) über Wasser gehalten. Und in Dublin ist abends richtig was los. Da strömen die Trink- und Tanzwütigen von einer Kneipe zur nächsten, alle drei Meter steht vor einem Pub ein Türsteher und läßt keinen mehr rein weils schon zu voll ist und so sucht man sich dann durch, bis man wieder an einer erreichbaren Theke angekommen ist.
Heute morgen im Hotel war ich dann allerdins trotz meines leichten Katerchens noch verhältnismäßig gut dran. Die Rezeptionistin stand in Tränen aufgelöst hinter der Rezeption und die ganzen Bedienungen im Frühstücksraum liefen gesenkten Hauptes und mit steinerner Miene kaum ansprechbar durch die Gegend. Geht mich zwar nix an, aber ich habe trotzdem mal beim Auschecken den Manager, der inzwischen den Posten an der Rezeption übernommen hat, gefragt, wo denn seine Vorgängerin hin wär, und der hat mir dann gesagt, sie wär krank geworden. Ja. Genau. Aber wie gesagt, geht mich ja wahrscheinlich nichts an, da hab ich mal nicht weiter nachgebohrt.
So gegen zwei hab ich mich dann vom Büro aus ins Taxi gesetzt und mich zum Flughafen aufgemacht. Und da sitz ich jetzt und tipp noch schnell die letzten Zeilen, bevor der Akku leer wird. Und da ja bis nach Hause hoffentlich nicht mehr viel passiert, nenn ich das hier jetzt das Ende der Irland-Geschichte.
Heute morgen im Hotel war ich dann allerdins trotz meines leichten Katerchens noch verhältnismäßig gut dran. Die Rezeptionistin stand in Tränen aufgelöst hinter der Rezeption und die ganzen Bedienungen im Frühstücksraum liefen gesenkten Hauptes und mit steinerner Miene kaum ansprechbar durch die Gegend. Geht mich zwar nix an, aber ich habe trotzdem mal beim Auschecken den Manager, der inzwischen den Posten an der Rezeption übernommen hat, gefragt, wo denn seine Vorgängerin hin wär, und der hat mir dann gesagt, sie wär krank geworden. Ja. Genau. Aber wie gesagt, geht mich ja wahrscheinlich nichts an, da hab ich mal nicht weiter nachgebohrt.
So gegen zwei hab ich mich dann vom Büro aus ins Taxi gesetzt und mich zum Flughafen aufgemacht. Und da sitz ich jetzt und tipp noch schnell die letzten Zeilen, bevor der Akku leer wird. Und da ja bis nach Hause hoffentlich nicht mehr viel passiert, nenn ich das hier jetzt das Ende der Irland-Geschichte.
Saturday, May 27, 2006
Was mach ich hier eigentlich?
Für alle, die sich fragen, was ich hier eigentlich tue: ich löse Probleme. Vielleicht nicht ganz so effizient wie der gute alte Wolf, aber mit guter deutscher Gründlichkeit. Das ist natürlich alles nicht so ganz einfach zu beschreiben, und ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausendundein Worte in der Nacht, also bitte:
Friday, May 26, 2006
Vierter Tag.
Morgens um halb 9 ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls wenn man grade an der Tankstelle noch eine Dose Deospray gefunden hat, um die zur Neige gegangenen Vorräte zu erstzen. Darüber, daß die Dose dann knappe 5 Euro kostet und somit einen absoluten Deopreiseuroparekord aufstellt, muß man an so einem Samstagmorgen einfach mal hinwegsehen. Das ist immer noch günstiger als zwei Tage in seinem eigenen Mief sitzen zu müssen...
Dritter Tag
Hui, der war lang. Gab richtig Arbeit heute. Was den Vorteil hatte, daß ich endlich mal nach der Rushhour nach Hause fahren und dabei zuschauen konnte, wie ganz Dublin draußen vor den Taxifenstern den Wochenlohn versäuft. Jetzt trink ich mir noch ein kleines Absacker-Guiness und amüsier mich über die BeeGees, die im Pubfernseher Staying Alive singen. Ein filmtechnisches Meisterwerk der Musikgeschichte, das seinen Höhepunkt in der minutenlangen Frontalgesichtsaufnahme beim runternudeln von Staying Alaaaaaaaaa-haaaaaaaa-aaaaaa-aaaaaaaa-haaaaaaaa-aaaaaa-aaaaaaaaiiiiiiiiive findet. Apropos Nudel, diese hodenbetonende Hose des Frontmanns muss man mal gesehen haben. Oder vielleicht auch lieber nicht. Ich frag mich, ob der arme Kerl überhaupt schmerzfrei laufen konnte.
Thursday, May 25, 2006
Zweiter Tach
Und schwupps ist der erste Tag rum. Arbeitstechnisch eine echte Enttäuschung, weil es eigentlich gar nix zu tun gab, außer sich auf eventuell noch kommende Katastrophen vorzubereiten. Aber was soll da schon kommen? Platzende Bäuche, totale Vernichtung? Aber sowas passiert ja nur in Karlsruher Kinos bei der Premiere von Alien-Filmen. Oder Ey-LEIen, wie die freundliche Frau von der telefonischen Kinoauskunft das damals nannte. Hach, das waren noch Zeiten... erinnert sich noch jemand? Daß man mal Tonbandgeräte anrufen konnte, um sich das aktuelle Kinoprogramm oder gar die Uhrzeit vorlesen zu lassen! Wobei ich es ja bei der Kinoauskunft immer besonders nervig fand, daß die immer erst die Zeit, dann das Kino und zum Schluß den Film genannt haben, und zwar dermaßen langatmig, daß ich erst bei Nennung des Filmtitels aus dem Wachkoma hochschreckte und mich fragte: "Ja was? Wann? Wo???" Und mir dann die ganze Ansagenschleife nochmal anhören mußte, inklusive "Kino für Kenner intimer Unterhaltung" im Lux-Kino, was sowieso immer das Gleiche war. Also die Ansage mein ich jetzt, nicht das Kinoprogramm. Ich war natürlich nie im Lux-Kino - wer braucht schon intime Unterhaltung, wenn er Bond, Indy oder eben Ey-LEIens haben kann.
Jedenfalls, ich muß hier mal eben poppen, fand ich das immer total behämmert, daß die nicht einfach den Film zuerst ansagen und man dann in Ruhe Zeit und Ort mitschreiben konnte, und daß ich mir die Ansage immer zwei- bis dreimal anhören mußte. Obwohl das ja marketingteschnisch ziemlich clever war, die haben ja sicher nicht mehr verdient, wenn die Leute schnell auflegten.
Aber irgendwie schweife ich grade etwas ab. Wo ich doch heute soviel erlebt habe. Zum Beispiel habe ich die Dubliner Rush-Hour kennengelernt. Push. Und das Fitnesscenter am Hotel. Push. Und die Speisekarte vom Hotelrestaurant. Die fängt preislich etwa da an, wo die Karte von der Hotelbar aufhört, aber in der Bar gabs nix mehr, deswegen hatte ich leider keine Wahl. In der Fitnesshütte (Pop) gibts einen Haufen Cardio-Geräte aller Art und ein Schwimmbecken, aber nicht viel sonst. Nett, wenn man sich nach einem langen Tag am Rechner die Seele aus dem Leib rennen will, aber für WoF-Verwöhnte nix besonderes. Und die Rush-Hour... da bin ich noch nicht so ganz sicher, ob das eine ganz besonders große Rush-Hour ist oder ob es zwei sind, die sich gegenseitig ablösen. Jedenfalls steht man hierzulande morgens und abends gleichermaßen im Stau, was sicher auch daran liegt, daß die Dubliner es nicht geschafft haben, mal ein paar anständig breite Straßen in die Lndschaft zu pflastern und der gesamte Verkehr sich hier über kleine, einspurige Gassen zwischen den Häusern durchs gesamte Stadtgebiet kämpfen muß.
Ach ja, eins noch bevor ich für heute Schluß mache. An alle, die mir jetzt wieder die Ohren vollnölen, hier wär soviel Text und sie wüßten nicht, was sie damit anfangen sollen: lesen. Gewöhnt Euch dran. Hier gibt es keine Katzen zum Fotographieren.
Jedenfalls, ich muß hier mal eben poppen, fand ich das immer total behämmert, daß die nicht einfach den Film zuerst ansagen und man dann in Ruhe Zeit und Ort mitschreiben konnte, und daß ich mir die Ansage immer zwei- bis dreimal anhören mußte. Obwohl das ja marketingteschnisch ziemlich clever war, die haben ja sicher nicht mehr verdient, wenn die Leute schnell auflegten.
Aber irgendwie schweife ich grade etwas ab. Wo ich doch heute soviel erlebt habe. Zum Beispiel habe ich die Dubliner Rush-Hour kennengelernt. Push. Und das Fitnesscenter am Hotel. Push. Und die Speisekarte vom Hotelrestaurant. Die fängt preislich etwa da an, wo die Karte von der Hotelbar aufhört, aber in der Bar gabs nix mehr, deswegen hatte ich leider keine Wahl. In der Fitnesshütte (Pop) gibts einen Haufen Cardio-Geräte aller Art und ein Schwimmbecken, aber nicht viel sonst. Nett, wenn man sich nach einem langen Tag am Rechner die Seele aus dem Leib rennen will, aber für WoF-Verwöhnte nix besonderes. Und die Rush-Hour... da bin ich noch nicht so ganz sicher, ob das eine ganz besonders große Rush-Hour ist oder ob es zwei sind, die sich gegenseitig ablösen. Jedenfalls steht man hierzulande morgens und abends gleichermaßen im Stau, was sicher auch daran liegt, daß die Dubliner es nicht geschafft haben, mal ein paar anständig breite Straßen in die Lndschaft zu pflastern und der gesamte Verkehr sich hier über kleine, einspurige Gassen zwischen den Häusern durchs gesamte Stadtgebiet kämpfen muß.
Ach ja, eins noch bevor ich für heute Schluß mache. An alle, die mir jetzt wieder die Ohren vollnölen, hier wär soviel Text und sie wüßten nicht, was sie damit anfangen sollen: lesen. Gewöhnt Euch dran. Hier gibt es keine Katzen zum Fotographieren.
Wednesday, May 24, 2006
Erster Tag
Und so fängt die Geschichte an. Die von meinem Traumulaub in Dublin. Den ich ganz freiwilllig angetreten habe, weil ich doch so gerne an Feiertagen ins Ausland fliege, weil man da ungestraft arbeiten kann. Und natürlich weil ich Hirni keinen Wochenendtrip nach Hintertux gebucht habe und mir somit die ideale Ausrede fehlte.
Jetzt sitz ich also im Flieger meiner Lieblingsairline Air France, die heute einiges getan hat, um in meinem Ansehen aufzusteigen. Da die Flüge nämlich heute erst gebucht wurden, waren wohl in der Holzklasse keine Plätze mehr frei und ich sitz jetzt vor dem Vorhang. Was bedeutet, dass zwischen mein Knie und die Rückenlehne meines Vordermannes deutlich mehr passt als das Blättchen mit den Sicherheitshinweisen. Und wenn das Esschen auf dem ersten Teilflug nacn Paris doch etwas knapper ausfiel, wurde auf dem Weiterflug nach Dublin eher geklotzt als gekleckert: Sekt zur Begrüßung und als Hauptgang wohldosierten Lachs, totes Rind und Huhn auf Salatbahre, feine Käseecken und einen schokoladigen Nachtisch der sich gewaschen hatte. So laß ich mir Fliegen gefallen...
Ach ja: wer meinen Bericht von Montag gelesen hat fragt sich vielleicht, was aus dem Mac mini geworden ist. Also, ich hab das Kabel natürlich gestern noch geholt und abends noch ein bischen rumgespielt, aber Begeisterungsstürme wollten sich nicht so recht einstellen: so diverse Totalaufhänger beim Neustart oder beim Datentransfer dürften da eigentlich nicht passieren. Und das mitgelieferte Mailprogramm war totaler Schrott. Aber das werde ich nächste Woche mal weiter auslooten.
Apropos totaler Schrott: die neue Zeichenerkennung von Palm ist totaler Schrott. Ich will das alte Graffiti zurück!
Nachtrag: bin im Hotel angekommen. Sieht nach einem edlen Plätzchen aus. Nebenan ist sogar ein Fitnesscenter, muß mal fragen, ob ich da auch reindarf. Nach dem Guiness zum Abendessen und einer halben Stunde in der Badewanne hab ich jetzt auch die nötige Bettschwere.
Jetzt sitz ich also im Flieger meiner Lieblingsairline Air France, die heute einiges getan hat, um in meinem Ansehen aufzusteigen. Da die Flüge nämlich heute erst gebucht wurden, waren wohl in der Holzklasse keine Plätze mehr frei und ich sitz jetzt vor dem Vorhang. Was bedeutet, dass zwischen mein Knie und die Rückenlehne meines Vordermannes deutlich mehr passt als das Blättchen mit den Sicherheitshinweisen. Und wenn das Esschen auf dem ersten Teilflug nacn Paris doch etwas knapper ausfiel, wurde auf dem Weiterflug nach Dublin eher geklotzt als gekleckert: Sekt zur Begrüßung und als Hauptgang wohldosierten Lachs, totes Rind und Huhn auf Salatbahre, feine Käseecken und einen schokoladigen Nachtisch der sich gewaschen hatte. So laß ich mir Fliegen gefallen...
Ach ja: wer meinen Bericht von Montag gelesen hat fragt sich vielleicht, was aus dem Mac mini geworden ist. Also, ich hab das Kabel natürlich gestern noch geholt und abends noch ein bischen rumgespielt, aber Begeisterungsstürme wollten sich nicht so recht einstellen: so diverse Totalaufhänger beim Neustart oder beim Datentransfer dürften da eigentlich nicht passieren. Und das mitgelieferte Mailprogramm war totaler Schrott. Aber das werde ich nächste Woche mal weiter auslooten.
Apropos totaler Schrott: die neue Zeichenerkennung von Palm ist totaler Schrott. Ich will das alte Graffiti zurück!
Nachtrag: bin im Hotel angekommen. Sieht nach einem edlen Plätzchen aus. Nebenan ist sogar ein Fitnesscenter, muß mal fragen, ob ich da auch reindarf. Nach dem Guiness zum Abendessen und einer halben Stunde in der Badewanne hab ich jetzt auch die nötige Bettschwere.
Subscribe to:
Comments (Atom)

