Wednesday, January 31, 2007

Vodka Time!

Heute war Jahresabschlussparty von der Firma hier. Also erstmal ein Nachmittag lang Meeting fuer alle mit Extreme Selbstbeweihraeuchering und Lobhudelei weil alle so toll sind, und abends gab's dann feines Dinner mit Unterhaltungs-Showprogramm und lustiger Verlosung. Verlosung in dem Stil, dass ein computergesteuerter Zufallsgenerator Namen aus dem Hut gezogen hat von den Mitarbeitern, die Geld- und Sachpreise mit nach Hause nehmen durften. Die wissen hier scheinbar noch, wie man Mitarbeiter motiviert. Kann man ja heutzutage nicht mehr von jedem Arbeitgeber behaupten.

Ach ja, gelernt hab ich auch was: nicht mit Chinesen Bruederschaft trinken und Glaeser exen. Die kommen dann naemlich im Team und trinken jeder ein Glas mit einem, die Pfuscher. Und der Busfahrer muss dann aufwischen...

Gut dass mir das nicht passiert ist.

Sunday, January 28, 2007

Nachschlag

Na gut, will mal nicht so sein und noch kurz verraten was wir gemacht haben. Aber wirklich nur kurz.

Sind mit dem Taxi vom Hotel zum Busbahnhof gefahren, wo wir die Busse nach Zhouzhuang vermutet haben. Der Taxifahrer war allerdings vom Hotel bestellt und hat uns mindestens einen 50% ueberhoehten Preis berechnet. Wenn der dabei nicht noch einen Umweg gefahren is. Sackgesicht. Das naechste Mal holen wir uns wieder ein Taxi an der Strasse.

Am Busbahnhof gab's nur chinesisch. Hab der Frau am Schalter also meinen Reisefuehrer mit dem chinesischen Zeichen fuer Zhouzhuang unter die Nase gehalten und die hat mir einen Zettel mit "14:30" unter die Nase gehalten. Noch 3 Stunden warten bis der Bus faehrt? Nee, danke.

Da sind wir dann lieber mit der Bahn ins Zentrum gefahren und ein bischen im Yu-Garten gelustwandelt. Das war auch nett. Viele Baeume, ein paar Pavillons und Teiche, haufenweise Fischies... und alles recht ruhig, trotz der Grossstadt aussen rum und der Touri-Massen, die sich da durchwaelzten.

Naja, und abends waren wir dann halt wieder beim All-you-can-eat-Japaner. Sehr lecker. So lecker, dass wir fuer naechsten Samstag gleich wieder einen Tisch reserviert haben ;-)

Saufen, saufen, saufen,...

saufen,
saufen, fressen und ...

Nee, das nicht. Aber wir waren wieder beim All-you-can-eat-Japaner. Jetzt ist der Joern vollgefressen und angeschickert und kann kein Blog mehr schreiben.

Ihr duerft Euch selbst ausmalen, was wir in Shanghai so alles erlebt haben.


Viel Spass.

Saturday, January 27, 2007

Tempel und Tuermchen

Aufstehen um 11. War wohl keine so gute Idee, gestern nach dem Film noch ein bischen WoW zu spielen... gaehn. Aber irgendwann klingelte das Hoteltelefon und eine freundliche Maennerstimme informierte mich, dass das heutige Tagesprogramm auseinem Ausflug in eine angrenzende sehenswuerdige Stadt sei. Mist, dabei hatte ich so gehofft, dass alle in die Stadt wollen und ich faul zu hause rumliegen koennte. Aber so einen Ausflug kann man sich ja nicht entgehen lassen.

Naja. Unten in der Hotelhalle haben wir uns dann erstmal eine lange diskussion mit einem der Hotelpagen geliefert, der uns seinen Freund als Fahrer aufdraengen wollte. Wir fanden aber eine Fahrt mit dem normalen Taxi billiger, zumindest nach unserer Rechnung. Nach ausgiebiger Konsultation aller Reisefuehrer haben wir dann beschlossen, dass es eigentlich schon viel zu spaet ist, die Stadt noch zu verlassen und sind statt dessen zum Jade-Budda-Tempel gefahren.

Was uns da erstmal wieder aufgefallen ist, war die Affinitivitaet des Chinesen an sich zu Rauch. Also, dass Nichtraucher hier eher unbedeutend sind, haben wir ja schon gemerkt, und auch, dass so ein Glimmstengel eigentlich immer dazu gehoert. Egal, ob man in der anderen Hand noch die Staebchen mit dem Mittagessen haelt (und benutzt) waehrend man raucht, oder das Klopapier (und auch das vermutlich benutzt), sowas wie Tabuzonen oder -zeiten gibt's fuers Rauchen eigentlich nicht. Umso erstaunlicher war eigentlich, dass in dem Tempel Rauchverbot herrschte. Wo doch direkt im Eingangshof zwei grose Feuer brannten, in denen die Leute ihre Raeucherstaebchenbuendel anmachten. Buendel. Mindestens 20 auf einmal. Mit den rauchenden Buendeln in der Hand standen die Jungs und Maedels dann ueberall rum und verbeugten sich mehrfach in alle Himmelsrichtungen. Ich geh mal davon aus, dass das in der jeweiligen Religionszugehoerigkeit einem Gebet oder so gleichkommt.

Ueberhaupt ist Beten hier echt in. Zumindest in den Tempeln. Da wurde eigentlich alles mal kurz angebetet, was nicht bei drei auf den Baeumen war. Und ich sag Euch, die ganzen Statuen taten sich echt schwer mit klettern. Das ging teilweise so: ankommen, hinknien, dreimal verbeugen, aufstehen. Auf zur naechsten Statue. Nahm in meinen Augen schon echt inflationaere Zuege an. Ich mein, wenn man bei jedem Gott (ich nenn die Gebets-Zielobjekte jetzt einfach mal so, weil das Wort ist, was wohl noch am naechsten kommt) nur eine Minute verbringt, dann hat der wohl kaum den Eindruck, dass man da grade so richtig viel an ihn glaubt, oder?

Vom Tempel aus sind wir dann rueber zum Bund gefahren. Der Bund ist auf dem Stadtplan so ein richtig fetter Gruenstreifen am Fluss, wo man schoen rumspazieren kann.

Auf dem Stadtplan.

Der Bund ist in Wirklichkeit eine plattgewalzte Uferpromenade, von der aus man einen schoenen Ausblick auf Pudong, den frisch erbauten Teil von Shanghai jenseits des Flusses hat. Und zwischen der Promenade und der Strasse daneben stehen ein paar Baeume. Also, nix gegen die Aussicht auf die Skyline, aber den Gruenstreifen kann man sich auch wegdenken.

Dazu kommen dann noch kleine Fotostaende alle 50 Meter, die einen vor der Skyline fotographieren wollen um einem dann die Fotoabzuege zu verkaufen. Abzuege? Hallo? Wohl den Schuss nicht gehoert, was? Wo doch heute jeder mit Digitalkamera rumrennt und schon rein statistisch gesehen eins von den 500 Fotos die er macht anstaendig hinkriegt. Oder eins von 1000, wenn man so ein Amateur ist wie ich. Hab jedenfalls nciht gesehen, dass die viele Fotos verkauft haetten.

Nach Einbruch der Dunkelheit gings dann rauf auf den Oriental Pearl Tower. Einmal Shanghai aus 350 Meter Hoehe. Sehr eindrucksvoll, aber leider sind die Fenster da oben so dreckig, dass man nicht so anstaendig rausknipsen kann ;-( Ich hab's natuerlich trotzdem versucht.

Danach wollten wir dann mit dem Taxi heim. Der erste Versuch war so ein Haufen von Jugendlichen, die uns was von der Bruecke und nem Stop unten erzaehlten. Netterweise kam eine junge Frau vorbei, grade als wir bei denen ins Taxi steigen wollten, und wies uns drauf hin, dass das Privattaxen sind, die uns wahrscheinlich ueberteuerte Fahrpreise andrehen wollten. Ach so. Dann haben wir doch lieber ein anderes Taxi genommen, das hat uns zum Normalpreis gefahren. Muss man schon ein bischen aufpassen hier. Haette uns wahrscheinlich stutzig machen sollen, dass die uns erst was erzaehlen wollten und nciht schon laengst im Auto sassen.

Hab mich uebrigens vor dem Pearl Tower von einer Souvenir-Verkaueferin so richtig ueber den Tisch ziehen lassen. Wollte mir kitschige Modelle von dem Turm verkaufen, fuer 8 Euro. Ich hab ihr einen geboten. Bei 35 sind wir uns einig geworden. Wollte grade anfangen, stolz auf mich zu sein, weil ich ueberhaupt gefeilscht habe, da hat die andere Souvenirschubse dem Ron ihre Ware fuer 2 Euro angeboten. Der wollte aber immer noch nicht. Also, fuers naechste mal merken: erstmal ein horrend niedriges Angebot machen und dann solange ignorieren, bis sie wirklich nicht mehr runtergehen. Hab wohl noch viel zu lernen...

Friday, January 26, 2007

Kurz vor Wochenende

Ok. Ich muss 4 Tage nachholen. Der Freitag ist der erste der vier. Also, vergessen wir mal die unwichtigen Details. Heute gab's Arbeit, wie immer an einem Freitag, dann gab's essen, wie immer an irgendeinem Tag und danach sind wir dann auf's Zimmer und haben Miami Vice auf DVD geguckt. Bild war ok, aber der Ton war echt schwer zu verstehen. Und dann haun die da einen Slang raus, das Englisch ist ja ok, aber die benutzen da Worte die man hier gar nicht kennt...

Thursday, January 25, 2007

Zum Thema Sicherheit

Na, ich glaub da haben die Chinesen mal wieder was nicht verstanden. Oder schlecht bei Microsoft abgekupfert. Ja? Ihr wollt wissen, wieso? Na, dann erzaehl ich doch mal. Hier steht ein Telefon. Damit kann man telefonieren. Logisch. Manche Leute koennen damit sogar ins Ausland telefonieren. Und das geht so: Man waehlt eine bestimmte Nummer (und sagt dem Telefon damit "hallo, ich will ins Ausland telefonieren"), und waehlt dann den superdupergeheimen Zugriffscode um sich zu identifizieren. Soweit so gut. Jetzt kommt der Hammer: dann gibt man den gleichen Code nochmal ein. Haeh? Soll ich beweisen, dass ich mir eine 5-stellige Zahl 3 Sekunden lang merken kann? Liebe Leute, geheime Codes gibt man normalerweise immer beim Festlegen des Codes zweimal ein, damit man eventuelle Tippfehler aufspuert, bevor man sich mit einem falsch gesetzten Code fuer immer irgendwo aussperrt. Wenn ich also an meinem Hotelsafe den Code zweimal eingebe um ihn festzulegen, diene ich quasi meiner eigenen Sicherheit (falls meine flinken Finger mal eine Taste falsch getroffen haben). Wenn ich den Code zum aufmachen jedesmal zweimal eingeben muesste, wuerde ich erstmal dem Hotelmanager in den Hintern treten und dann mein Laptop lieber im Zimmer liegen lassen und hoffen, dass die Putzfrau es nicht klaut. Aber Vertrauen in das Sicherheitsverstaendnis des Safedesigners haette ich jedenfalls keins. Bei dem Safe waer dann wahrscheinlich die Seitenwand auch von aussen angeschraubt...

Microsoft macht das uebrigens ganz aehnlich, wenn man in Windows das Kennwort fuer die WLAN-Verbindung zweimal angibt (was man vorher im Access Point festgelegt hat, mit doppelter Eingabe). Aber das ist ja auch von Microsoft, da erwarte ich sowas ja schon.

Nach dem ganzen Identifizierungsgewaehle am Telefon darf man uebrigens die Zielrufnummer anrufen. Mit 4 fuehrenden Nullen vor der 49. Aber daran gab's nicht viel zu laestern, deswegen erwaehn ich das nur mal nebenher.

Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist, dass das Telefon von Ericsson ist und nicht von einer blilligen chinesischen Telefonklitsche. Also sind diesmal ausnahmsweise die Schweden schuld.

Wednesday, January 24, 2007

Ich bin Colophonius Regenschein

OMG. Zwei Tage ohne was zu posten. Na, so kann das aber nicht weitergehen. Da reisst ja voll die Faulheit ein bei mir. 'tschuldiung.

Mal sehn, was hab ich denn zur Entschuldigung vorzubringen? Eigentlich nur die Reiseplanung. Ich hatte ja mal beim lokalen Reisebuero, was hier fuer den Laden die Trips bucht, mal angefragt, ob die mir vielleicht sagen koennen, wo ich noch Fluege nach Thailand oder Japan buchen koennte, damit ich die Neujahrswoche nicht hier mit all den Chinesen im Chaos verbringen muss. Die haben dann prompt einen Flug nach Tokyo fuer mich gebucht, den ich nur noch bestaetigen muss... Nach Thailand war wohl nix mehr da. Naja, und da hab ich mir gedacht, Tokyo ist ja sicher auch mal einen Besuch wert. Und mit so einem kurzen Flug komm ich da auch nie wieder hin.

Also ging gestern das grosse Reisefuehrer suchen los. Wollte halt gern einen Lonely Planet fuer Tokyo und Japan haben, damit ich mich da nicht verlaufe. Problem ist nur, die gibt's hier in der Gegend nicht. Alles ausverkauft. War die letzten zwei Abende unterwegs und hab Buchhandlungen und Einkaufszentren abgeklappert, aber Lonely Planets gibt's nicht so oft. Noch seltener als Buchhandlungen, und das will schon was heissen. Und Japan ist sowieso aussichtslos. Alles sold out. Das gleiche beim deutschen und chinesischen Amazon. Nachdem ich dann vorhin die beiden letzten (und vielversprechendsten) Laeden gefunden hatte und da auch nix zu holen war (nur so ein Mini-Best-of-Tokyo-Buechlein) hab ich dann bei Amazon in USA bestellt. Lieferfrist war angeblich 6-9 Tage mit dem extra-teueren Versand, aber als ich die Bestellung abgeschlossen hatte, hies es ploetzlich, der erwartete Liefertermin waer der 16.2. Ratet mal, wann mein Flug geht... genau, am 15. Naja, vielleicht schaffts Amazon ja auch, die Lieferzeiten noch runterzusetzen, wie damals Apple mit meinem Notebook.

Am Dienstag war ich schon recht spaet unterwegs, bin erst um sieben aus der Firma raus, bin dann erstmal ne halbe Stunde bis zum ersten Buchladen gelaufen (brauchte mal wieder Bewegung...), dann zum naechsten (International Bookstore), aber der hatte nach 8 schon lange zu. Aber weil ich grad mal in der Gegend war, bin ich bei dem Restaurant eingekehrt, wo wir Samstag schon gegessen hatten. Die haben mich sogar erkannt und mit grossen Augen angestarrt, als ich eine ganze Flasche Bier geleert habe. Immerhin haben sie nicht gelacht, als ich mir das Fleisch in die Teeschale gekippt habe, die zufaellig da stand, wo normalerweise die Essensschale steht...

Heute bin ich dann mal was frueher losgegangen, und auch nicht wie gestern erstmal ne Dreiviertelstunde bis zum ersten Laden. Nein, diesmal wollte ich schlauer sein und bin direkt zur U-Bahn gelaufen. Problem war nur, als ich kurz vor der vermuteteten Haltestelle war, stand da ein Schild was mir sagte, die Bahn waer hinter mir. Haeh? Naja, die muessen's ja wissen. Ich also kehrt gemacht und zurueckgelaufen. Irgendwann viel spaeter auf dem Weg fiel mir dann auf, dass das ja eine ganz andere Linie auf dem Schild war als die die ich nehmen wollte. Aha, also hatten die mich von dieser Kreuzung aus auf den 10-Minuten-Marsch zur Linie 2 geschickt anstatt mir zu sagen dass die Haltestelle von der 1 nur 5 Minuten vor mir liegt. Sehr clever. Naja, da die Linie 2 aber eigentlich auch eine gute Wahl war um in die Stadt zu kommen, hab ich die dann einfach genommen. Heute war ich dann auch rechtzeitig im Itnernational Bookstore, aber die hatten trotzdem keine Japan-Reisefuehrer. Na gut, dann also U-Bahnfahren zum naechsten vermuteten Einkaufszentrum mit Buchladen. Mittlerweile war aber schon Rush-Hour Zeit und es waren ein paar mehr Menschen unterwegs. Am Peoples Square, dem Volksplatz, einer recht zentralen Umsteigestelle, waelzten sich die Massen durch die Korridore, dass es eine wahre Freude war. An einer Stelle staute es sich richtig vor einer Kurve, und als ich ankam, hab ich auch gesehen warum: da waren naemlich Absperrgitter eingebaut, wo man sich immer nur einzeln durchquetschen konnte, wie so eine Art Kamm, der das ungeordneten Knaeul von U-Bahn-Fahrern ein bischen glattzieht. Danach gings dann auch tatsaechlich deutlich fluessiger voran.

Am Xujiahui Platz angekommen hab ich dann das Grand Gateway gesucht, das Einkaufszentrum wo's den Buchladen geben sollte. War gar nicht so einfach, weil es da einen ganzen Haufen Einkaufszentren gab, die alle irgendwie grellbunt beleuchtet und chinesisch beschriftet waren. Mein erster Versuch wahllos in irgendeins reinzulaufen und zu durchsuchen war leider nicht sehr erfolgreich. Die Laeden sind hier uebrigens alle sehr aehnlich aufgebaut, unten gibt's ganz viele Etagen mit Klamotten und wenn man hoch genug kommt, landet man irgendwann bei den Haushaltswaren und wenn man Glueck hat Computern, CDs, DVDs und so Kram. Aber die gibt's nicht ueberall. Und organisiert sind die fast immer nach Hersteller, wie bei einer Messe auch. Da gibt's dann fuer jede Marke einen kleinen Stand mit mindestens zwei Verkaeuferinnen, die da rumstehen und auf Kundschaft warten.

Nach dem ersten erfolglosen Suchversuch bin ich dann wieder raus auf die Strasse, hab eine Bruecke erklommen und mir von da aus einen guten Ueberblick erhofft. Haette ich bestimmt auch schnell gekriegt, wenn die kleine Chinesin vor mir sich nicht ploetzlich entschlossen haette, erstmal die Bruecke vollzukotzen. Einfach so, aus dem Lauf, linker Fuss, rechter Fuss, linker --- und ab gings. Naja, da hab ich dann einen grossen Boden drum gemacht und mir einen Aussichtspunkt in sicherer Entfernung gesucht. Von wo aus ich das Grand Gateway dann auch recht fix erspaeht habe. Das war so ein mittelgrosses rundes Ding, was zwischen zwei viel groesseren Tuermen eingebettet lag. Sah fuer ein Einkaufszentrum eigentlich gar nicht so gross aus, dachte ich. Bis ich reingegangen bin. Dann hab ich naemlich festgestellt, dass das Runde eigentlich nur das Treppenhaus war und die ganzen Laeden sich durch die angrenzenden Tuerme hindurchzogen. 15 Minuten, um auf einer Etage eine gemuetliche Runde rundum zu drehen. Der Buchladen war im 5. Stock, hatte auch einen Haufen Lonely Planets, aber natuerlich keinen von Japan.

Vorhin war ich dann erstmals im Fitnessraum hier im Hotel. Nachdem ich mich naemlich heute morgen im Bad gefragt hab, wer denn den Zerrspiegel in Huefthoehe aufgehaengt hat, hab ich beschlossen, mal ein bischen vorsichtiger zu essen und mich ein bischen mehr zu bewegen, bevor der Hueftspeck bis zu den Knien haengt. Das Laufband war auch ganz ok, immerhin kann man einstellen wie lange man laufen will oder sich ein festes 20-Minuten-Programm vorgeben lassen (aber nicht beides). Es hat auch einen eingebauten Fernsehen, der aber leider mangels angeschlossener Bildquellen nur Rauschen zeigt. Muss mal fragen, ob die da auch einen DVD-Player dranhaengen koennen - so eine Folge 24 kriege ich da ja pro Laufsession prima durch. Es gibt auch eine Gewichtemaschine, die ist aber unter aller Sau. Viel zu klein, nicht verstellbar fuer grosse Leute und extrem un-leicht-gaengig, ruckelt total wenn man da irgendwas dran macht. Einen Haufen Hanteln gibt's noch, vielleicht mach ich mich mal mit denen vertraut.

Monday, January 22, 2007

Aber nochmal zurueck zu der Baustelle. Was ich mir so noch so gedacht habe beim Anblick der vielen Leute war, dass das doch eigentlich nicht gut gehen kann, wenn da so viele auf einmal rumrennen. Da muss doch schon rein statistisch irgendwas schiefgehen.

Blick aus dem U-Bahn Schacht
Zum Beispiel kommt mitten im Bau einer vorbei und laesst ne Taschenlampe auf dem Bauplan liegen.

Die zwei Tuerme
Oder einer dreht die Plaene um 45 Grad rum.

Na, ist der Bauplan nassgeworden?
Oder einer laesst die Teetasse fallen und kippt heissen Tee ueber das eine Ende vom Bauplan.




Jetzt mal ehrlich. Ist doch saugefaehrlich mit soviel Leuten auf der Baustelle, oder?

Was waere wenn...

Als ich da gestern so durch Shanghai geschlendert bin, kam ich (unter anderem) an einem Hochhausembryo vorbei. Also quasi eine Baustelle, wo das Fundament und vielleicht auch schon die Keller drin waren, aber noch nix, was ueber den Boden rausragte. Aber mit viel Phantasie koennte man sich durchaus schon vorstellen, dass mal ein Hochhaus draus werden sollte, wenn es gross wird. Gut, zugegeben, in Shanghai ist das nicht allzu unwahrscheinlich, dass sich Baustellen in Hochhaeuser verwandeln, das passiert hier ja fast taeglich. Aber da wie, das war schon interessant. Als ich mal ueber den Zaun gelugt habe, hab ich da ungefaehr hunderttausend chinesische Arbeiter drin rumlaufen sehen, von denen ein Teil tatsaechlich mit irgendwas beschaeftigt zu sein schien, waehren andere einfach nur rumliefen. Oder standen. Das mit dem Rumstehen ist hier ueberhaupt echt ganz gross in Mode. Ich glaube, hier gibt's einfach so viele Leute, dass man die immer irgendwo hinstellen muss, damit die keinen Unfug machen. Wenn man zu Beispiel mal ins Einkaufszentrum gegenueber geht, dann stehen da auch ueberall Leute rum. Immer so 2-4 pro Geschaeft, einer an jeder Eingangstuer, auf den Gaengen auch ein paar udn auf den Toiletten hab ich noch nicht nachgeschaut. Aber ich bin sicher, da sind auch welche, die einem Papier anreichen. Komischerweise gibt's ganz viele Leute die rumstehen (und somit direkt oder indirekt den Verkauf von Waren und Dienstleistungen unterstuetzen), aber nur ganz wenige die zu den Rumstehern hingehen und was kaufen. Wahrscheinlich haben die Rumsteher keine Zeit zum Geldausgeben und die Einkaeufer haben kein Geld. Dann muesste man doch eigentlich nur mehr Leute einstellen die pro Nase weniger lang rumstehen und danch Zeit *und* Geld zum Einkaufen haben.

Wow. So einfach laesst sich das Problem Armut beheben. Krieg ich einen Nobelpreis?

Sunday, January 21, 2007

Erster Stadtbummel

Aufstehen, fruehstueck, losfahren zum Sightseeing. So einfach haette es heute morgen sein koennen. Wenn ich nur nicht gestern abend bis tief in die Nacht aufgeblieben waer, dann waer ich heute vielleicht auch puenktlich aufgestanden und wie verabredet um 8 am Fruehstuecksbuffet aufgekreuzt. So klingelte um halb 8 mal kurz der Wecker, den ich im Tran dann versehentlich ganz gekillt habe, statt ihn auf schlummern zu schalten und so wurde ich das naechste mal um kurz nach 8 wach. Zu spaet, um Roland anzurufen und das Fruehstueck zu verschieben. Also zuegig (naja, was man morgens nach 5 Stunden Schlaf so zuegig nennt jedenfalls) aufstehen, anziehen, duschen, und raus aus dem Bett und um halb neun stand ich dann auch unten am Fruehstuecksraum. Wo natuerlich keiner mehr war, den ich kannte. Naja, kann ja auch alleine essen, bin ja schon gross.

Um mal eben die Spannung hier ein bischen rauszunehmen, koennte ich an dieser Stelle schonmal verraten, dass Roland gar nicht fruehstuecken war, als ich nicht gekommen bin, sondern sich zurueck ans Telefon verzogen hat, um auf meinen Weckruf zu warten. Waehrend ich also unten vor mich hinschlemmte, hungerte er im Zimmer vor sich hin.

Ok, also zurueck zum Fruehstueck. Gab irgendwie alles moegliche, Nudeln, Salat, Wuerstchen, lustige Teigtaschen und andere komische Sachen. Also eigentlich alles ausser anstaendigem Brot und Ei. Immerhin gabs ordentliche Butter und nicht diese komische Chemiemargarine, die ich mit im Supermarkt geholt habe. Hab dann ein bischen von allem probiert und mich allein an einen Vierertisch zurueckgezogen. Da kamen dann irgendwann auch zwei aeltere chinesische Herren in Begleitung einer jungen Dame, die zwar irgendwie dazugehoerte, aber ueber die Verhaeltnisse konnte ich nur spekulieren. Ich wage ja zu behaupten, sie haette nicht zur Familie gehoert. Jedenfalls nicht genetisch. Vielleicht wars eine Geschaeftsbeziehung (sag ich mal so).

Nach dem Fruehstueck sind wir dann zu viert in die Stadt, erstmal ein bischen am Platz des Volkes rumgelaufen und haben uns dann in dei relative Waerme des Shanghaier Museums zurueckgezogen. Ausstellungen mit allem moeglichen aus chinesischer Geschichte, Stein-, und Bronze-Zeugs, Kalligraphie und andere Malerein, Muenzen, Moebel... halt alles moegliche. War sehr interessant und recht kurzweilig - in zweieinhalb Stunden hatte ich alles mal durch. Hab mir allerdings auch nicht alles im Detail angeschaut. Dafuer waren da so asiatische Nasen unterwegs, die sind mit Kameras rumgerannt und haben einfach jedes Stueck fotographiert. Oder mal mit der Videokamera druebergeschwenkt. Einer hatte tatsaechlich so eine Mittelgrosse Profikamera dabei, kompletten mit fettem Mikro obendrauf und allem. Dass er kein Flutlicht dabei hatte, wunderte mich allerdings. Aber die Jungs koennen jetzt zu Hause nochmal 3 Tage in dem Museum verbringen und sich die ganzen Bilder begucken. Ich frag mich, was die damit vorhaben - wollen die das alles kopieren?

Nach dem Museum haben wir uns dann Richtung Osten durchgeschlagen, Richtung Altstadt. Der erste Teil, den wir durchquert haben, war unbehandeltes, rohes Ur-Shanghai. Maximal zwei Stockwerke (Erdgeschoss ist immer 1. Stock hier in China), winzig, drecking, heruntergekommen und zum Teil schon eingefallen oder eingerissen. Ausser uns habe ich da auch keine westlichen Gesichter gesehen, aber die Eingeborenen waren sehr friedlich. In Rio haett ich mich in so eine Zone ja nicht reingewagt... Und die ganze Zone eingeschlossen von Wolkenkratzern und Baustellen, die mal Wolkenkratzer werden wollen.

Von da aus mussten wir allerdings auch nur eine einzige Strasse ueberqueren, um in die touristische Altstadt zu kommen. Da hatten sie dann alles schoen in chinesisch anmutenden Bauten mit geschwungenen Daechern hochgezogen, eine Touribude neben der anderen und Massen von Leuten, die sich ueber die Buergersteige waelzten. Sah alles sehr huebsch aus, hatte aber ein bischen Phantasialand-Feeling. Sah irgendwie nicht so authentisch aus. Die alten Bruchbuden nebenan haben einen da schon mehr beruehrt. Wir waren auch am Yu-Garten, sind da aber nur vorbeigelaufen. Das Preisschild hat da wohl ein bischen zu beigetragen, die wollten mehr Eintritt als das Museum, das fand ich fuer einen Garten etwas uebertrieben. Hab dann allerdings spaeter gelesen, dass der in der Tat sehr sehenswert sein soll. Muss ich also nochmal hin, aber wenn die naechste Kollegenwelle ins Land schwappt, laesst sich da sicher was reissen.

Da es inzwischen langsam dunkelte, haben wir uns dann mal aufgemacht, was zu essen zu suchen. Irgendwo abseits der Nanjing Lu, der grossen Einkaufsstrasse, sind wir dann fuendig geworden. Haben uns von einer Lokalschreierin (weiss nicht, wie man die anders nennen soll - "ENGLISH MENU! ENGLISH MEN! VERY GOOD! VERY GOOD!" - Wiederholungen sind hier sehr beliebt) reinlocken lassen, auch wenn mir der Laden ein bischen unheimlich vorkam, da war naemlich sonst keiner drin. Aber es war ja auch noch recht frueh fuer Abendessen. Haben dann mal wie ueblich vier Gerichte bestellt und die waren alles in allem richtig lecker. Ok, bei einem Huhn-Gericht lagen mehr getrocknete Chilis auf dem Teller als Tierteile, die haben wir dann nicht aufgegessen, aber vom Rest ist nicht viel uebrig geblieben. Da wir nach der Rennerei doch etwas hungrig waren, haben wir danach dann noch zwei Gerichte nachbestellt. Und dann nochmal drei. Hat uns wirklich geschmeckt, und wir haben nur zwei Sachen doppelt bestellt (aber schon das hat den Chef ziemlich irritiert). Was uns hingegen ziemlich irritiert hat war die Lokalschreierin, die die ganze Zeit versucht hat, noch mehr Leute reinzulocken. Das fing immer an mit einer Phrase die wie "My bonnie..." klang, und wir dachten jedesmal, die faengt jetzt an zu singen. Ging aber nicht, die konnte ja gar kein Englisch. Haetten mal fragen sollen, was das bedeutet...

Vom Essen aus sind wir dann recht schnurstracks zum Hotel zurueck. Dafuer mussten wir allerdings noch ein Stueck weit die Nanjing Lu entlanglaufen, wo man dann alle drei Meter angequatscht wird, weil die alle was zu verkaufen haben. Gefaelschte Uhren hauptsaechlich, aber auch Schuhe, Taschen, Frauen und Rollen zum an die Fuesse schnallen. Ratet mal, wo ich schwach geworden bin. Genau, ich habe drei Euro in ein paar Rolluntersetzer fuer die Fersen investiert. Die kann man sich anschnallen und dann entweder auf dem Ballen laufen oder auf den Fersen rollen. Konnte sie leider noch nicht an meine Schuhgroesse anpassen, weil ich keinen Schraubenzieher mithabe (oder ich hab ihn noch nicht im Koffer gefunden - da uebersieht man ja so manches drin, wenn man ihn nicht ganz auspackt). Er-Fahrungs-Bericht folgt also spaeter. Oh, und ein Vogel kam, schaute uns verschwoererisch an und zog dann ein IBM Laptop aus der Tasche. Haben aber abgewunken, da kann man ja eh kein MacOS drauf installieren. Bettler hatten wir diesmal nicht so viele, dafuer ein paar sehr anhaengliche Schuhputzer. Die haben den Ibrahim 10 Minuten lang bequatscht und ihm zwischendurch sogar ein bischen weisse Schmiere auf die Schuhe gesaut, damit sie was zu putzen haben. Er hat sie aber nicht gelassen. Guter Mann.

Irgendwie faellt mir ja doch so langsam eine gewisse Unstrukturiertheit bei den Chinesen auf. Im Strassenverkehr haben wir ja schon oft genug gesehen, dass Regeln eigentlich mehr so grobe Richtlinien sind, an die sich die Radfahrer und Fussgaenger halten sollten, damit sie den Autos nicht allzuoft im Weg rumstehen sollen, aber fuer motorisierte Verkehrsteilnehmer gelten die offensichtlich nicht. Aber irgendwie scheint auch sonst jeder das zu machen, was er will. Bei Wasserhaehnen ist es jedesmal ein Ratespiel, in welcher Richtung auf und zu ist, ich hatte schon einen Einhandmischer den man runterdruecken musste, damit er aufdreht - der spitzfindige Leser mag jetzt argumentieren, dass das ja auch Sinn macht, weil man den Hebel Richtung Wasserhahn drueckt, wo das Wasser rauskommt, aber der sollte jetzt mal einfach die Klappe halten, weil sich runter einfach falsch anfuehlt. Die Fernbedienungen von meinen beiden Fernsehern auf dem Zimmer schalten runter, wenn ich hoch druecke (aber laut wenn ich rechts druecke, also halte ich sie nicht falschrum), der Kuehlschrank hat eine Temperaturanzeige fuer Aussen(!)temperatur und ich koennt noch 100 andere Beispiele nennen, wenn sie mir jetzt noch einfallen wuerden.

Stadtbummel die zweite

Heute war mal ausschlafen angesagt. Um elf wollten wir los, aber das haben wir dann aufgrund allgemeiner Faulheit erstmal verschoben. Hab dann in Ruhe gefruehstueckt und ein bischen WoW gespielt (morgens geht das noch, ab Mittags, wenn die Leute in die Internetcafes stroemen, wirds arg langsam) und um halb eins haben wir uns dann aufgemacht. Bin diesmal allein durch die Strassen gelaufen und hab mich ein bischen treiben lassen. So planlos unterwegs zu sein hat auch was, man muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn man dreimal was plant, wieder umstoesst, neu plant und dann "oh look - something shiny. lets swim through that dark canyon!" was voellig anderes macht. Hab mir also ein paar Parks und Kaufhaeuser angeschaut, die Hacken abgelaufen und eine alte Kirche fotographiert.

In einem von dem Kaufhaeusern gabs 9+ Etagen (ich war nur bis zur 9ten), mit einer (gebuehrenpflichtigen) Spieleetage ganz oben. Vom dritten Stock an gabs einen Panoramaaufzug, in dem man hochfahren und die Aussicht auf die dritte Etage bewundern konnte, in der leider just unter dem Aufzug eine akute Baustelle ausgebrochen war, das stoerte das Panorama ein bischen. Rolltreppen gab's auch, und zwar solche die ein Stock hoeher fuehrten und welche, die ein Stock uebersprungen haben. Das war ein bischen verwirrend, wenn man nicht aufpasste.

In den Parks (ich war im Fuxing Park und im Huaihai Park) rannten zum Teil aeltere Herren rum (einer mit Schirm) die einfach nur einen Fuss vor den anderen setzten (ich weiss, ich weiss, das macht man so wenn man geht) und dabei sangen. Und dabei, wenn moeglich, im Takt den Schirm auf und ab bewegten (das konnte aber nur einer, der mit dem Schirm). Und im Hauihai Park gabs was, was ich zuerst fuer einen Kinderspielplatz gehalten hab, aber irgendwie war der ganze Platz voll mit alten Leuten. Die sassen an Tischen und spielten Karten (war kein Skat oder Doko, und die Uno-Karten sehen meiner Meinung nach auch anders aus), andere sassen einfach nur so rum, und die Aktiveren standen an so Dingern, die aussahen wie eine Mischung aus Kinderspielplatzgeraet und Fitnessmaschine, meist irgendwas wo man einen oder beide Fuesse draufstellt und dann in schwingenden Bewegungen hin- und herbewegt. Stand leider nichts zu im Shanghai-Fuehrer. Vielleicht sollte ich mal an Dumont schreiben, dass der geriatrische Fitnesspark an der Huaihai Lu eine besonders sehenswerte Attraktion ist...

Noch was vergessen? Essen. Heimfahrt, das uebliche. Ach ja, muss nochmal zu heute mittag zurueck. Als wir mit der Hoch- und U-Bahn in die Stadt gefahren sind. Da quatsche uns naemlich ein kleiner Chinese an, der mir ungefaehr bis zum Bauchnabel reichte und freute sich (oder machte sich lustig?) dass wir so gross und er so klein waren. Ernsthaft, der reichte mir bis knapp ueber den Bauchnabel und wenn er denn Arm nach oben reckte, war er mit Arm so gross wie ich. Mit dem haett ich ja gern mal Basketball gespielt. Also, gegen ihn, mein ich, ich glaub der tischte nicht so gut auf dem Boden und durch den Korb haett er auch nicht gepasst. Naja, jedenfalls hat er uns die ganze Zeit vollgeplappert, auf chinesisch natuerlich, bis ich ihm meinen Kauderwelsch gegeben habe und auf die Phrase "ich spreche kein chinesisch" gezeigt hat. Dann war er erstmal still, weil er naemlich erstmal das Buch an sich nahm und auswendig gelernt hat. Oder zumindest mal ein bischen durchgeblaettert hat. Irgendwann hat er mir das Woerterbuch dann wiedergegeben und uns weiter bequatscht. Hat ihn auch nicht interessiert, dass wir das gar nicht verstehen, er hat's einfach so lange wiederholt, bis wir immer noch nicht wussten, was er wollte. Der Chinese an sich scheint zu glauben, dass man durch stetiges Wiederholen Verstaendnis erzwingen kann (wie Ron nicht muede wird zu wiederholen).

Saturday, January 20, 2007

The boys are out in town

Hui. Grad nach Hause gekommen (also, in das Hotel, was ich grade zu Hause nenne), war doch wieder ein laengerer Abend. Immerhin nicht so Sake-haltig... Wollten eigentlich nach der Arbeit erstmal heim und die Rucksaecke abladen, aber da uns kein Taxi mitnehmen wollte, haben wir dann einfach zu Fuss den Ron im Hotel abgeholt und sind mit Hoch- und U-Bahn Richtung Peoples Square getuckert. Da haben wir dann versucht, in der Hua... Hue... aeh, jedenfalls in einer bekannten Strasse mit vielen Restaurants eins zu finden, was uns zusagte. Was gar nicht so einfach war, weil staendig die Bettler um uns rum liefen und uns Plastikbecher vor die Nase hielten. Dabei wollten wir die gar nicht, wir hatten ja eh noch keine Bierquelle aufgetan. Letzten Endes haben wir uns dann fuer das eine Restaurant entschieden, wo nicht irgendwelche komische Typen vorstanden, die uns reinzulotsen versuchten. Das schoene daran war, die konnten beides: Country und Western. Ne, kleiner Scherz. Aber die hatten Speisekarten in Bildern und in Englisch. Sehr praktisch. Wir haben dann nach 10 Minuten Bedenkzeit (mussten die Bedienung 3 mal wegschicken, sicher ein neuer Rekord in dem Laden - aber die standen immer so geduldig am Tisch rum und wir hatten die Karte nicht mal halb durchgeschaut) ein paar Sachen bestellt die lecker klangen, und die meisten waren's auch. Das bean turd (oder curd?) schmeckte zwar ein bischen nach nichts und von den Shrimps und der Ente und dem Haehnchen musste man die Haelfte wieder ausspucken, weils unzerkaubar war (und bei dem Rind waren so komische lange rechteckige Glibberstreifen drin, mit denen wir nichts anfangen konnten - die Bedienungen haben sich totgelacht, als sie gesehen haben, dass wir die uebrig gelassen haben), aber insgesamt hab ich das Essen unter Essen->positive Erfahrungen abgespeichert. Am Ende kam dann einer der Kellner, der ein bischen Englisch konnte, schnappte sich mein Woerterbuch und wollte wissen, wie man ein paar Worte ausspricht. Ab und zu malte er ein paar chinesische Zeichen dazu auf einen Zettel und wollte dass ich sie ausspreche. Dachte wohl, bloss weil ich in Landessprache nach der Toilette gefragt hab, koennte ich noch mehr davon. Dabei hatte ich grade diesen Satz extra vorher 10 Minuten lang einstudiert.

Die Toilette war auch ein erster Vorgeschmack auf die nicht so westlichen Einrichtungen hier. Bei Ericsson und im Hotel bin ich ja recht verwoehnt, das macht man ja wie zu Hause, aber in dem Lokal gabs ein Pissoir und so Kabinen. Da drin war dann eine kleine Wanne im Boden, mit nem Spritzschutz Richtung Tuer, aber das wars. Ich glaub, ich muss meine Beinmuskulatur noch ein bischen trainieren, bis ich da mal guten Gewissens reingehen kann. Aber immerhin gabs ne Tuer davor. Ist wohl kein Standard hier, je nachdem wo man hingeht.


Bei dem Huehnchengericht beschraenkte sich der Fleischanteil uebrigens nicht nur aufs Fleisch. Da waren auch noch viele Knochen drin (eigentlich fast nur, plus ein bischen Knorpel), dann noch der Kopf von dem Tier und die beiden Fuesse. Sah irgendwie nicht so nahrhaft aus, weil grade an den Fuessen eigentlich ausser Knochen nur ne duenne Hautschicht war. Und selbst die schmeckte wohl nicht so umwerfend (hat Stefan gesagt).

Nach dem Essen wollten wir noch was trinken gehen. Aber wo? Aber wir hatten Glueck, waehrend wir noch so suchend in der Gegend rumguckten, quatschte uns eine kleine Deutsche an, ob wir denn wuessten, wo die Barbarosse-Bar ist. Wussten wir natuerlich nicht. Aber wir haben ihr dann suchen geholfen und sind dann gleich selbst noch in selbigen Laden eingekehrt. Der uebrigens mitten im Park auf einer kleinen Insel in einem See gebaut war, in Form eines kleinen Schloesschens, wuerde ich mal sagen. Sehr huebsch. Die Musik lief unter dem Thema Funk, klang aber irgendwie doch die ganze Zeit gleich, so ein bischen wie bumpfzbumpfzbumpfz. Und fuer das Geld, was wir da fuer 0-3 Bier bezahlt haben, waren wir vorher noch lecker Essen gewesen (inklusive Getraenke). 5 Euro waren schon happig.

Naja. Taxifahrt heim war noch etwas langwieriger, weil die Hochstrasse gesperrt war und sich alle unten durch die normalen Strassen quetschen mussten. Rushhour um Mitternach.

Morgen geht's wieder Richtung Zentrum, diesmal aber zum Besichtigen. Und morgen frueh gibt's mal richtiges Fruehstuecksbuffet. Wenn ich rechtzeitig aufstehe...

Friday, January 19, 2007

Und nochens...

Nochmal GNAAA! Jetzt haben die im Buero vor mir zwar aufgehoert, rumzuschreien, dafuer quasseln sie mich jetzt von hinten voll. Die Schreibtische hier sind naemlich mit ca. einsdreissig hohen Regalen voneinander abgetrennt, wo der Durchschnittschinese im Sitzen so grade nicht drueber gucken kann und die auch normalerweise den Schall halbwegs verteilen. Nur den beiden Plattnasen hinter mir ist das wohl zu simpel, sich einfach am Schreibtisch zu unterhalten, deswegen haben sie sich auf dem Regal hinter mir ausgebreitet und diskutieren da fleissig in meiner Richtung rum. Und die sind nicht mal nen Meter von meinem Ohr entfernt... Ich glaub, ich mal aufs Klo, da stinkts wenigstens nur nach kalter Asche, und das auch ziemlich leise.

P.S.: Unglaublich wie hier die Zeit verfliegt. Ich bin doch grad erst vom Essen zurueck...

AAAAARRRGGHHH!!!

Oh mann, jetzt geht's aber los hier. Ich bin nicht rechtzeitig zum Mittagessen abgehauen, jetzt stehen im Nachbarbuero (eins der wenigen mit Waenden, auch wenn die nur aus Glas sind) 4 Leute, von denen mindestens immer drei laut durcheinanderschreien und zwischendurch geht alle 20 Sekunden einer durch die Eingangstuer, was diese mit einer lauten Alarmsirene quittiert, weil der eingebaute Timer total im Arsch ist. Eigentlich sollte der Alarm nur losgehen, wenn die Tuer eine Zeitlang offenstand.

Ich glaub ich brauch ne Pause.

Hab uebrigens grade mal geschaut, was man so zum chinesischen Neujahrsfest machen kann. Die beste Empfehlung scheint zu sein: get the hell out of town. Oder gleich aus dem Land.

Thailand klingt nicht uebel. Und in Japan kann man scheinbar prima Skilaufen.

Thursday, January 18, 2007

Fruehstueck

Gestern abend war ich einkaufen. Endlich mal. Die Kueche sah aber auch erschreckend leer aus. Nur so ein paar Dosen Getraenke im Kuehlschrank, zu Hotelpreisen natuerlich. Auch wenn das immer noch nicht allzu viel ist hierzulande. Hab mir also im Carrefour um die Ecke ein German Bread und Nutella (und ein paar andere Sachen ;-)) gekauft. Ein richtiges Brotmesser gab's leider im Hotel nicht, aber das Brot ist so weich und das Fleischermesser so rattenscharf, dass das kein groesseres Problem war. Zusammen mit der Marmelade, dem Instantkaffee und der frischen Milch ergab das eute morgen ein richtig schoenes Fruehstueck. Nur die Margarine hat mich gelb angeleuchtet und roch ziemlich chemisch, das haben die Chinesen wohl noch nicht so raus. Beim naechstem Mal kauf ich Importbutter, auch wenn ich mir damit wahrscheinlich mein Brot in Fetzen reisse.

Bei Flickr liegen inzwischen noch ein paar andere Fotos:

http://www.flickr.com/photos/73341887@N00/sets/72157594486705891/

Bisher gab's hier ausser all den lustig beleuchteten Gebaeuden nicht viel zu fotografieren, aber das wird sich hoffentlich am Wochenende aendern, wenn ich mich mal aufmache Richtung Innenstadt. Andererseits koennte ich mich schon allein an den ganzen Lichinstallationen stundenlang mit der Kamera vergnuegen. Ich sollte mir vielleicht noch ein Stativ zulegen, das hab ich naemlich zu Hause gelassen. Haette mich nochmal 50 Euro Uebergepaeck gekostet, das krieg ich hier sicher billiger. Aber dieses hohe Gebaeude gestern (was auf einem der Fotos zu sehen war echt der Hammer. Als wir ankamen, waren all die Querstreifen blau beleuchtet, und kaum hatten wir die Kameras gezueckt, fingen die ploetzlich an, in allen Regenbogenfarben durchzurotieren. Sah schon sehr nett aus.

Was ist denn das fue eine feurige Kugel im Dunst?

Heute haben wir zum ersten mal unseren Schatten gesehen. Das heisst jetzt nich, dass irgendwie besonders tolles Wetter waer oder so, aber immerhin war's ein bischen weniger neblig und man konnte die Sonne als deutlich helleren Fleck am Himmel erkennen.

Waren grade essen, immerhin gabs mal wieder ne bilinguale Speisekarte. Da kann man Kellner wenigstens zeigen, wass man will. Ich hab mir auf Verdacht mal einen koeranischen Barbeque Tpf bestellt und fast gekotzt, als der kam. Der entpuppte sich naemlich als Mischung aus Kochtopf und Bratpfanne, wo aussen in Bruehe so einiges Gemuese und ein rohes Ei vor sich hinkoechelten und in der Mitte auf einer Plattform, die von unten erhitzt wurde, ein haufen fast rohes, eher fettiges Fleisch lag. Bei naeherem Hinsehen hab ich dann gemerkt, dass das Fleisch da in der Mitte tatsaechlich noch garte, bis es irgendwann geniessbar wurde und ich den naechsten Klumpen totes Tier da draufschmeissen konnte. Schmeckte eigentlich auch gar nicht soooo uebel.

Wednesday, January 17, 2007

Vollgefressen (Teil 2)

Oh weia, wenn das hier so weitergeht, brauch ich auf dem Rueckweg zwei Plaetze im Flugzeug. Und kann nicth behaupten, ich haette ich 10 Kilo abgenommen und somit ein Recht auf 30 Kilo Gepaeck... Aber ich fang besser vorne an:

Abendplanung bestand heute aus 'kurz ne Kleinigkeit essen gehen, dann zum Supermarkt, endlich mal den Kuehlschrank auffuellen und dann nach Hause ins Bett". Da bot es sich ja gradezu an, beim Japaner gegenueber vorbeizuschauen und vielleicht einen kleinen Happen kalten Fisch zu ordern. Soweit der Plan. Den Japaner in der obereren Etage des Einkaufzentrums haben wir ja schnell gefunden, da stand dann eine kleine Asiatin vor der Tuer und wollte uns reinwinken. Wir wollten natuerlich erstmal die Karte studieren. Die draussen hing. Die mit asiatischen Schriftzeichen uebersaeht war. Ohne Englisch. Waehrend uns die kleine Frau weiterhin zulaberte. In chinesisch. Oder japanisch. Auf jeden Fall nicht in Englisch. Irgendwann kam noch eine zweite dazu, die uns zulaberte. In chinesisch... Ihr versteht?

Aus dem Rumgefuchtel der kleinen Frauen konnten wir irgendwann vermuten, dass sich die grosse 128 auf dem noch groesseren Aushaengeschild auf die komplette Karte bezog. Also scheinbar wieder all you can eat. Aber nee, das hatten wir ja gestern schon. Soviel muss ja nicht schon wieder sein. Aber auf den Fotos am Eingang hingen ja noch mehr Essen, mit Preisen, also gab's wohl auch a la carte Essen. Wir also unter dem Gejohle der Belegschaft (sollte wo so eine Art Begruessung sein) rein in den Laden, Schuhe aus und unter den Tisch gezwaengt. Das war so eine im Boden versenkte Konstruktion, in die man reinklettern musste, daher wohl auch ohne Schuhe. Als die Bedienung mit der Karte ankam und uns irgendwas anpreisen wollte, bin ich gleich wieder raus, wo die Menus abgebildet waren, hab auf eins gezeigt was sushig (neudeutsch. Adj.) aussah, Bedienung nickt, alles klar, damit war meine Bestellung wohl abgeschlossen. Der naechste ging raus, zeigt auf ein Gericht und kriegte prompt bedeutet, das gaeb's nicht und er muesste das All-you-can-eat-essen nehmen. Und dann standen ploetzlich 4 Bedieninnen um unseren Tisch rum mit einem Stapel Fotos von allen Gerichten, sie so auf der Karte waren und wir konnten anhand der Fotos die am wenigsten bedrohlich aussehenden Gerichte rauspicken. War auch insgesamt ein ziemlich grosser Erfolg, erst als wir nachbestellen wollten und die Fotos grade von irgendwelchen anderen Gaesten benutzt wurden, standen wir wieder auf dem Schlauch. Bis dann irgendwann ein freundlicher junger Mann an unserem Tisch sass und uns die Gerichte erklaerte und ein paar besonders schmackhafte empfahl. Unsere Meinung, das waer ja toll dass wenigstens einer in dem Laden arbeitet, der English kann, mussten wir allerdings wieder revidieren, als der zurueck zu seinen Miteesern an den Tisch ging und weiterass.

Nach dem Essen wollten wir uns dann noch ein kleines bischen bewegen und zu Fuss die halbe bis dreiviertel Stunde zum Hotel zuruecklegen. Nach einer halben Stunde Fussmarsch entlang der grossen Strasse haben wir uns aber schon gewundert, warum denn nicht mal langsam die erwartete Kreuzung kam. Da standen aber so freundliche Leute am Strassenrand, die haben wir dann mal gefragt, wo unsere Strasse denn wohl ist. Danach wussten wir auch, wo wir waren und dass wir jetzt wohl besser ein Taxi nehmen, weil wir mit unserer Rennerei in die falsche Richtung die Entfernung zum Hotel eher konstant gehalten hatten ;-( Und jetzt hoer ich die Wiebke doch schon wieder kommentieren 'ja wenn Ihr mal auf die Himmelsrichtungen an den Schildern geschaut haettet, haettet Ihr doch sofort gesehen, dass Ihr nach Sueden statt nach Osten lauft...". Ich kann zu meiner Entschuldigung nur sagen, dass durch den ueberhoehten Mageninnendruck meine Augen verformt waren und ich die Schilder nicht richtig lessen konnte.

Tuesday, January 16, 2007

Vollgefressen

Jetzt muss ich doch nochmal schreiben heute. Komme grade vom Essen. Und Trinken. Mein Mitflieger von gestern hatte einen Tisch beim Japaner reserviert. Da wollten wir (Kollege Stefan und ich) dann auch hin. Haben uns also hier im Hotel die Adresse von dem Restaurant in unleserlich Gekritzel (chinesische Schriftzeichen) uebersetzen lassen und sind damit ins Taxi gestiegen. Dem Fahrer den Zettel unter die Nase gehalten, der nickt und ab geht's. Nach 20 Minuten fahrt (so lang sah's auf dem Stadtplan gar nicht aus), wir waren schon 10 Minuten zu spaet, zeigt der Mann auf die Kreuzung vor uns und grunzt was im Stil von 'Ugh'. Haeh? 'Ugh ugh'. Aha. Wir sind da. Bezahlt, ausgestiegen, Taxi rauscht sofort davon (der wusste schon warum) und die Strassenschilder mit dem Adresszettel verglichen. 50% Trefferquote. Eine Strasse stimmte schonmal. Von der anderen weit und breit nix zu sehen. Wir also den naechstbesten Hansel auf der Strasse angequatscht, der trug sogar Uniform und sah ortskundig aus, der grunzt uns an und zeigt die Strasse rauf. Ok, wenn er meint. Also marschieren wir los. Nach ein paar Minuten die naechste arglose Passantin angebaggert, die zeigt in die gleiche Richtung und meint es waeren noch 2 Kreuzungen. Na also, geht doch. Nach weiteren 5 Kreuzungen und 3 Fingerzeigen in die gleiche Richtung war ich allerdings der Meinung die zeigen einfach nur dahin, wo wir grade gehen, um uns nicht zu entmutigen...

Naja, nach 25 Minuten Fussmarsch kam dann endlich das ersehnte Strassenschild und gleich um die Ecke dann das gesuchte Restaurant. Da waren dann auch schon der Torsten und seine Begleitungen und kaum sassen wir, gings auch schon mit dem Essen los. Sitzen taten wir rund um das edelstaehlerne Kochfeld, an dem ein Koch mit kundiger Hand all die bestellten Leckereien fuer uns zubereitete. Und das ging von Garnelen ueber Fleisch bis hin zu mehr Fleisch. Ganze Tiere haben die da fuer uns zerlegt und auf den Herd geschmissen. Und alles ganz extrem lecker. Kein Vergleich zu dem Essen heute mittag, was doch irgendwie ein bischen alles gleich schmeckte. Ganz zum Schluss gabs dann doch noch ein bischen Gemuese und ganz ganz zum Schluss eine flambierte Banane auf Eis. Dazu gabs dann noch Bier und Sake bis zum Abwinken. Haben wir fleissig genossen. Und das hat auch gar nichts damit zu tun, dass ich eben die Videotelefonie mit Melanie nicht ans Laufen gekriegt habe. Neinnein, da war nur das Internet dran schuld. Ach ja, und das ganze All-you-can-eat-and-drink-Gedoens fuer sage und schreibe 15 Euro pro Langnase. Fairer Preis. Auf dem Rausweg (wo ich leider vergessen hab, mir eine Karte mit der Telefonnummer von dem Laden mitzunehmen) haben wir dann noch die Flugbegleiterinnen vom Hinflug an nem anderen Tisch erspaeht - jetzt weiss ich auch, warum wir in dem Laden essen waren... Von denen hab ich aber auch keine Visitenkarten mitgenommen - nicht dass hier jemand auf falsche Ideen kommt ;-)

Immerhin waren die Leute im Restaurant einigermassen normal schnell bei der Sache. Getraenke wurden zuegig gebracht, das Essen flott zubereitet und die Teller rechtzeitig abgeraeumt, aber nix war uebermaessig schnell. Grade eben angenehm. War ja auch ein japanisches Restaurant. Bei den Chinesen hab ich oefter mal den Eindruck, die verfallen verfrueht in Hektik. So wie heute morgen, als ich kundgetan habe, dass ich keine Netzwerkkabel an meinem Laptop habe, kam meine Teamleiterin mit einem entsprechenden Kabel angerannt und hat es 5 mal in verschiedene Buchsen (davon gab es immerhin 2 Stueck!) gestoepselt. Dabei ist das Laptop dann ausgegangen und in der Reboot-Zeit hat sie noch 14 mal das Kabel umgesteckt. Dabei hat es dann uebrigens nochmal neu gebootet.

Heute beim Essen sassen an unserem Tisch nur Europaeer. Die wussten wenigsten, was sich bei Tisch gehoert. Haben erst nach dem Essen geraucht. Die Chinesen am Mittagstisch neben uns haben das ganz anders gehandthabt. Die mussten naemlich Zeit sparen und haben das rauchen mit dem Essen verbunden. Also mit links die Kippe gehalten und mit rechts die Staebchen, mit denen zwischen den Zuegen immer ein Happen in den Mund geschoben wurde. Baeh! Ich find ja rauchen schon schlimm genug, aber dann noch waehrend dem Essen? Die spinnen doch. Immerhin raucht im Buero keiner. Da haengen nur Aschenbecher auf dem Klo, die sind auch rappelvoll. War heute einml da drin um die Lage zu peilen. Sah alles ganz normal aus, verschliessbare Tueren vor den Kabinen, Waende die hoch genug waren, um mich von den neugierigen Blicken der Stehpinkler im Nebenklo abzuschirmen (aber nicht umgekehrt, so hoch waren die Waende dann doch nicht) und ne Wasserspuelung. Nur der Muelleimer hat mich gestoert, der ist wohl das Anzeichen hier, dass die Leitungen kein Klopapier vertragen. So hab ich ihn jedenfalls interpretiert. Ich hoffe da stand nachher keiner vor und hat sich gefragt "wer hat DAS denn hier reingeworfen?"...

Jetzt geh ich mal langsam ins Bett. Eben haben sie noch irgendwo wild rumgehaemmert und gebohrt, aber das hat inzwischen aufgehoert. Und da es ja jetzt schon 1 Uhr morgens ist, verabschiede ich mich einfach mal. Und tschuess.

Erster Arbeitstag

Oh mann, ich freu mich schon auf Ende April. Da kann ich dann jeden Tag schreiben siebenhundertfuenfunddreissigster Arbeitstag... siebenhundertsechsunddreissigster Arbeitstag... vielleicht sollte ich mir ein neues System fuer die Ueberschriften ausdenken.

Naja, jedenfalls war ich heute das erste Mal im Buero. Bin fast puenklich aufgestanden und zum grossen Langnasentreffen in der Hotelrezeption gekommen, dann haben wir uns zu viert in ein taxi gequetscht und sind hergefahren. Einchecken bei Ericsson war recht schmerzlos, auch wenn ich auf der ersten Visitenkarte noch Jona hiess... Einer kam vorbei und wollte wissen ob ich der Hrrnrn waer. Aeh - vielleicht? Hat sich dann aber rausgestellt, dass der den Ron suchte und nicht den Joern. Den groessten Teil des Tages hab ich damit verbracht, Updates auf dem Arbeitsnotebook zu installieren und das Ding neu zu booten. Nachdem ich erstmal ein Netzwerkkabel erbetteln musste, weil der Rechner hier nur am Strom hing aber an nix anderem. Hab zuerst gedacht, die haetten WLAN oder PowerlineNetwork, war aber nicht.

Mittagessen war ok. Wir waren gegenueber im Einkaufszentrum beim Chinesen, vier deutsche und 6 Gastgeber. War gar nicht so schlimm, wie ichs mir vorgestellt habe, ich hatte ja schon mit einer Horde schmatzender spuckender und allgemein rumsauender Leute gerechnet. Und dann noch die Chinesen... ;-) Haben sich aber alle benommen, und das Essen war auch nicht allzu strange. Viel Ente, bischen Schwein, und einiges Gemuese. Nur am Ende war ich etwas ueberrumpelt, als ich grad noch gemuetlich die Reste aus einer Schuessel gekratzt habe als ploetzlich die Bezahlwelle losging (2 Euro fuer einmal satt essen) und dann abrupt alle aufsprangen und losliefen. Also so ein gemuetliches 'somma dann mal wieder....' kennen die hier nicht.

Gleich gehts weiter zum Japaner. Mein Sitznachbar aus dem Flieger gestern wollte da mit ein paar Leuten hin und hat gefragt, ob ich auch Lust haette. Bestimmt weil er gesehen hat, wieviel Kohle ich gestern am Automaten gezogen habe ;-) Ich hab gehoert, die kochen direkt am Tisch (oder man sitzt direkt am Herd?), wird sicher lustig. Ich nehm mal sicherheitshalber noch einen Kollegen mit...

Monday, January 15, 2007

Mach nen Anflug, Alter!

So. Und weiter geht's. Nach dem ganzen Rumgesitze am Muenchener Flughafen (und drei fein dicken Stueckchen Pizza) gings dann in den Flieger nach Shanghai. Ich also frohen Mutes rein, Augen auf und nach dem Notausgang Ausschau gehalten (hatte ich erwaehnt, dass die gute Frau am Schalter in Duesseldorf mir einen Platz in der entsprechenden Reihe organisiert hat?) und was seh ich? Meterweise Abstand zwischen den Sitzreihen am Notausgang! Platz zum Beine ausstrecken en masse! Natuerlich nur auf den 4 Plaetzen an der Aussenwand. Die mittleren vier Plaetze hatten genausoviel Abstand zum Vordermann wie alle anderen Sitzreihen auch. Also, nur dass das auch ganz klar wird hier: es gab 8 Plaetze in der Reihe. 2 links an der Wand, dann kam der erste Gang, dann der Mittelblock mit 4 Plaetzen, dann der zweite Gang und dann die beiden Plaetze rechts an der Wand. Logisch, oder? So, und jetzt ratet doch mal, an welchem Platz ich gesessen habe...

Also, so schlimm wie's jetzt vielleicht klingt wars auch nicht. Immerhin war noch mehr Platz fuer die Beine als bei Air France, den alten Sardinendosenfliegern, in der Businessclass. Und da der Platz rechts neben mir freiblieb, fuehlte ich mich auch nicht so sehr eingeengt. Interessanterweise sassen in der Naehe der guten Plaetze, also in meiner 4er-Reihe und eine Reihe weiter hinten, nur so Leute mit echt langen Beinen. Direkt am Notausgang, wo mehr Platz war, waren wieder so kleine Personen. Ich wuerde ja doch mal gerne wissen, nach welchen Kriterien diese Plaetze vergeben werden. Wenn's first come first serve ist, moechte ich ausserdem noch wissen, wie frueh man dafuer am Flughafen sein muss. Ich hab immerhin viereinhalb Stunden vor Boarding schon eingecheckt.

Naja, aber wie gesagt, so eng war's dann gar nicht. Flug ging ganz fix vorbei, alle 10+ Stunden. Kaum gelandet, sind wir (der junge Mann neben mir, der hier in der City lebt) raus- und durch die Kontrollen gespurtet, ich hab ein bischen Alk ins Land geschmuggelt (der Lonely Planet sagte, 2 Flaschen waeren drin, der Zoll sagte, 1,5 Liter max. Beim Lonely Planet haben sie wohl eher kleine Flaschen ;-)) und dann draussen meinen Abholservice gesucht. War net da. Also, Hotel angerufen ('neee, wir haben keinen Wagen geschickt. Fuer wen denn?'), Ericsson angerufen ('wie, die haben keinen Wagen geschickt. Haben wir doch bestellt...'), Taxi genommen. Bis zum Hotel. Wo keiner von mir wusste. Neee, fuer Stein ist hier nix reserviert. Ok, also gaaanz ruhig bleben, Ericsson anrufen, Telefon an der Rezeption abgeben und die Chinesen das unter sich ausmachen lassen.

Stellte sich raus, es gibt zwei High Sure Hotels hier an der Strasse. Ich hatte die Adresse vom falschen. Doof, irgendwie. Und das richtige hatte zwar einen Fahrer zum Flughafen geschickt, aber der war auf halber Strecke liegengeblieben. Kein Wunder, dass ich den am Flughafen nicht gesehen habe... Um das alles wieder gutzumachen, haben die richtigen dann gleich nen Wagen zum falschen Hotel geschickt um mich da einzusammeln (ein Fahrer und eine Entschuldigerin, die mir versicherte, wie leid ihr das taete) und zu meinem Hotel zu bringen.

Und da bin ich jetzt. in meiner 3ZKDB-Wohnung. Kein Scherz. Ich hab zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Essbereich, eine komplette Kueche und ein schickes Bad. Also, eigentlich ist alles ziemlich schick. Nur das Internet setzt manchmal aus, hab ich eben festgestellt, als ich mit Melanie geskyped hab. Und wie es sich fuer so eine Dienstreise gehoert, ist der Whisky aus dem Duty-Free Shop auch wieder am Start. Hab mir einen 16jaehrigen Lagavulin gegoennt, Distillers Edition, Double Matured. Schweineteuer, aber oh boy ist der lecker.

So. Und jetzt geh ich duschen und dann ins Bett. Oder doch lieber ein Bad...?

Sunday, January 14, 2007

Zero Day

Zero Day

so. Jetzt isses mal wieder so weit. Joern geht auf Reisen. Und da er offensichtlich wieder mal sein Schlepptop dabei hat, ist er nicht leichtgepaeckig im Urlaub sondern streng beruflich unterwegs. Na, wenn das mal kein Grund zum Tagebuch schreiben ist... Diesmal schreib ich's einfach hier in meinem Katzenblog, dann muss ich nicht extra wieder ne Webseite einrichten und mich den halben Tag lang mit HTML rumschlagen.

Ich kann ja als Alibi-Katzengeschichte zur Einfuehrung erstmal erzaehlen, wie ich meine Stubentiger losgeworden bin. Die sind naemlich jetzt fuer 14 Wochen in der Katzenpension und haben sich sehr darauf gefreut. Benjy hat sich sogar so sehr gefreut, dass er beim ersten Anblick des Transportkorbs auf den Kratzbaum geflohen ist und sich da solange mit allen 16 Krallen festgehalten hat, bis ich mit dem Brecheisen und der Krallenschere ankam. Und selbst dann hatten wir noch einen Heidenspass, ihn in den Korb zu stopfen. Und kaum war er drin kam Carrot angewackelt, schaute in die Kiste, dachte sich "huch, da ist ja einer drin. was macht der da wohl?" und ging prompt mal nachgucken. Klappe zu, und Abfahrt. Das war ja einfach.

Naja, heute sollte es dann jedenfalls per Zug nach Duesseldorf und dann fliegenderweise erst nach Muenchen und dann nach Shanghai gehen. Mit viel Pufferzeit haben wir dann um 20 nach eins ein Taxi bestellt, sind eingestiegen und haben uns vom Fahrer sagen lassen, dass die Bahn heute nicht nach Koeln faehrt. Ob wir denn nach Koeln wollten. Nee, Duesseldorf. Zum Flughafen. Aeh - ueber Koeln. Na gut. Mist. Naja, dann hat der gute Mann uns nach Eschweiler gefahren, von wo aus die Zuege angeblich wieder fuhren und da haben wir dann auch ne Bahn bis zm Flughafen erwischt. Sogar puenktlich. Manchmal ueberrascht die Bahn mich doch...

Am Flughafen gabs dann das naechste Aha-Erlebnis. 20 Kilo Gepaeck durfte ich, 28 hatte ich. Die freundliche Dame hat mir 3 Kilo grosszuegig durchgehen lassen und fuer die restlichen fuenf eine Rechnung ueber 150 Euro praesentiert. Einhundertfuenfzig! Ja, also entschuldigen sie mal bitte, aber haben die Gepaeckpreisfestleger den Arsch offen? Ich hab gedacht, die 7 Euro fuffzig Kilopreis vor zwei Jahren bei Air France waeren happig gewesen, aber das hier haut ja wohl dem Fass den Boden aus. Zumal Langstreckenflieger auf so ziemlich alle anderen Kontinente nicht ein mal 20 Kilo sondern 2 mal 23 Kilo mitbringen duerfen. Nur die Deppen, die nach China fliegen, sind ins Knie gef****. Naja, eigentlich logisch, die kleinen Chinesen, die da hinfliegen, haben ja auch viel weniger Gepaeck. Tragen ja viel kuerzere Hosen als ich.

Jetzt sitz ich jedenfalls in Muenchen am Flughafen, hab noch 2 Stunden bis mein Flug geht und schonmal mit tippern angefangen. Das Notbuch sagt, der Akku haelt noch 4 Stunden, was ich ja schonmal sehr erfreulich finde, ist aber wahrscheinlich kein Wunder, wenn man das Display fast schwarz und die Leistung auf fast null stelt. Aber leider habe ich eben gesehen, dass mein geliebtes neues Spielzeug schon einen Schoenheitsfehler hat. Vorne hat sich naemlich am Rahmen eine Delle nach aussen gebildet,die man eigentlich fast gar nicht sieht. Ausser man weiss davon und guckt staendig hin. Mist.