Tuesday, July 13, 2010

Die Bahn fährt...

Also sowas hab ich ja auch noch nicht gesehen: ich sitz im Zug in Mönchengladbach, der tatsächlich schon 10 Minuten vor Abfahrt Richtung Aachen bereitstand (nach so einem Sturmschaden ist einfach alles anders!) und guck raus. Es ist 17:49, planmäßige Abfahrtszeit des Zuges. Ein Mädel kommt die Treppe hoch auf den Bahnsteig gestiefelt, bleibt stehn und schaut den Zug an. Hat wahrscheinlich gedacht "ööööööööööööööhhhhhhhh". So sah sie jedenfalls aus. Der Zug fällt wild an zu piepen (wie er das vor der Abfahrt tut) und die Türen schliessen sich. Keine Regung in der Mimik der jungen Frau. Dann dreht sie den Kopf Richtung Treppe und schaut runter. Da kommen langsam ihre drei Freundinnen raufgelatscht. Keine Eile, ich denk noch, die wollen sich sicher nur mal den Zug anschauen. Haben sicher ein Gerücht gehört, an Gleis 5 ständ' ein richtiger RE, was ja in diesen Tagen des Bahnchaos durchaus Seltenheitswert hat. Die drei anderen kommen jedenfalls oben an, bleiben auch stehen und schauen sich den Zug an. Ich kann Ihre Gedanken förmlich hören: "ooooooooohhhhhhhhh", "mmmmmmmmhhhhhhhhhhhhhh", "aaaaaaaaaaaahhhhhhhh". Alles gleichzeitig natürlich, sie sind ja zu dritt. Sag ich ja, Trainspotter.


Inzwischen sind gut 20 Sekunden seit dem Abfahrtsgepiepse und Türenschliessen vergangen und der Zug steht immer noch am Gleis. Endlich beschliessen die vier, daß gucken ohne anfassen doof ist und man jetzt vielleicht doch mal einsteigen könnte. Und im gleichen Moment, wo die loslatschen (nicht besonders eilig, wie ich dazusagen möchte), fängt der Zug an, aus dem Bahnhof zu kriechen. Hat die Mädels nicht sehr beeindruckt, muß ich sagen, sie sind weiter auf die Tür zugeschlendert (die ihnen ja schon entgegen kam), und erst als der Türöffner des fahrenden Zuges nicht auf ihr Drücken reagiert hat, dämmerte ihnen wohl langsam, daß der Zug für sie jetzt abgefahren ist. Und dann ging das Gekreische auf dem Bahnsteig los.


Also, liebe Honigschnittchen, mein Mitleid habt Ihr nicht. An einem Tag wo eh nur alle 3 Stunden mal eine Bahn irgendwohin fährt, sollte man sich schon bemühen, nicht zu spät zu sein, wenn denn mal ein Zug unerwartet pünktlich abfährt.


Bahn:1 - Fahrgäste: 0. Verdienter Sieg.



Friday, May 21, 2010

Die Bahn kommt!

Aber woher? Und wo will sie hin?

Neulich, an einem Freitag nachmittag in Mönchengladbach. Steig ich in eine Bahn, die mich nach Duisburg fahren soll, wo ich satte 10 Minuten zum Umsteigen hab, in denen ich zum IC nach Berlin sprinten kann um dann in Hannover auszusteigen und lecker Sushi zu essen.

Dumm nur, daß der Regionalexpress seinen 10-Minuten-Puffer schon in Krefeld verbrät und da doof vorm Bahnhof rumsteht, während die Gleisgehilfen die Weichen in Form hämmern. Dumm, wenn man 10 Minuten Puffer, aber 11 Minuten Verspätung hat. Allerdings ganz gut, wenn der Anschlusszug auch 10 Minuten Verspätung hat.

Ich steh also in Duisburg am Gleis und warte mir die Plattfüße in den Bauch, die angekündigte Verspätung wird auf 25 Minuten erhöht und ich freu mich. So schön. Nach 20 Minuten kam dann ein IC auf meinem Gleis eingefahren und hat wieder mal meine Theorie bestätigt, daß die Bahn die Verspätungen (wenn überhaupt) nur übertrieben hoch rausposaunt, damit sie dann toll aussieht, wenn der Zug statt nach 34 Minuten nach nur 29 Minuten vorfährt. Vielleicht wollen sie aber auch die Leute dazu bringen, noch schnell einen Kaffee holen zu gehen und dann ihre Bahn zu verpassen. Eigentlich klingt mir das wahrscheinlicher.

Ich steig also ein, erkämpf mir einen Sitzplatz im 2.-Klasse-Abteil, berechne eine grobe Ankunftszeit und pack die Unterhaltungselektronik aus. Um halb sieben, also zur fahrplanmäßigen Ankunftszeit in Hannover, sperr ich dann mal die Lauscher auf um zu hören, ob wir denn inzwischen ein bisschen Verspätung aufgeholt haben. Da hör' ich dann so lustige Sachen wir Meppen und Papenburg, die ich so gar nicht einordnen kann, zumal mein iCrap-Telefon immer nur sekundenweise eine Internetverbindung bekommt und Google Maps zur Positionsbestimmung ausfällt. Zum Glück gibt's aber auch in der Zeit des papierlosen Büros noch Infozettelchen von der Bahn, wo die Zugnummer und die Fahrstrecke draufstehen. Und da seh ich dann, daß ich schon fast in Emden bin.

Emden?

Wieso fährt der Scheisszug nach Emden? Und wieso fährt der Scheisszug nach Emden in Duisburg auf dem Gleis ein, wo alle auf den Zug nach Berlin warten? Und wieso kommt in Duisburg keine Scheißdurchsage daß das nicht der Zug nach Berlin ist? Die haben doch vorher an jeder Milchkanne, wo mal gehalten wurde, gesagt, daß das nur eine Scheiß-Milchkanne ist und nicht der Bahnhof und man gefälligst die Türen zulassen soll? Und wieso kommt im Scheisszug nach Scheiss-Emden kein Scheiß-Schaffner um mir zu sagen, daß ich im falschen Zug sitze? Wieso bricht an meinem Scheiss-Scheissphone der Kontakt zu meiner Mutter in dem Moment ab, wo ich ihr sagen will, daß ich grade nach Hannover will, kurz bevor mir meine 5 Mitreisenden im Abteil sagen, daß das nicht der Scheisszug nach Hannover ist?

Und wieso saugt mein Handi in 2 Stunden seinen Akku komplett leer, zeigt mir aber kein einziges Mal, wo ich bin? Scheiss Apple.

Also heute kein Ski-Nachtreffen und kein Sushi.

Aber wieso denk ich so negativ?
* Ich konnte mein Hotel noch stornieren
* Ich konnte die Gelegenheit nutzen, Freunde zu besuchen (wenn auch nicht in Hannover)
* Und das beste: Ich hab ein Ticket nach Hannover gelöst und bin damit bis Oldenburg gefahren. Da kommt der Schaffner, mal seh, ob er was merkt.