Friday, June 8, 2012

Reise nach Shanghai

Es ist mal wieder soweit. Der Reiseblogschreiber geht reisen. Mal wieder nach China, nach 4 Jahren kann man sich ja Shanghai nochmal geben.

Anreise bis Frankfurt war unauffällig. Naja, bis auf den Typen im ICE am Tisch mir gegenüber. Hatte ja extra mal einen Platz am Tisch gebucht, dachte ich könnte da vielleicht mein Laptop drauf parken, aber da hatte ich wohl die Rechnung ohne meine Mitreisenden gemacht. Der hat nämlich mal gleich beim Einsteigen seine ganze Tasche ausgepackt und auf dem Tisch verteilt. Ordner, Papierstapel, Wasserflasche, Thermoskanne… eigentlich alles dabei, was man zum Überleben in der Bahn so braucht. Nur kein Laptop. Dafür war aber auch kein Platz mehr, ergo auch nicht für meins. War dann aber eigentlich halb so wild, weil ich es dann doch nicht auspacken wollte (muß ja Strom sparen, bis Shanghai sind's noch 18 Stunden), aber das heißt ja nicht, daß man sich nicht ein bischen gepflegt darüber aufregen dürfte.

In Frankfurt hab ich dann gleich mal meinen Koffer aufgegeben und als die nette junge Frau am Schalter mir meinen Boardingpass aushändigte, sah ich auf meinem Koffer groß und deutlich SIN stehen. Was ja vielleicht nicht viel heißt, vielleicht stand PVG ja noch auf einer Papierfalte dahinter, aber ich hab trotzdem mal vorsichtshalber nachgefragt, ob der Koffer denn bis Shanghai durchgeht. Neeeeeee, meint sie, der geht nur bis Singapur, da haben Sie ja 24 Stunden Aufenthalt. Das hatte ich so nicht auf dem Schirm, weil ich der festen Überzeugung war, daß man bei Abflug um Freitag mittag erst am Samstag morgen in Singapur ist, und bis zum Weiterflug am Samstag vormittag eben nur eineinhalb Stunden zur Verfügung stehen. Das hab ich ihr dann so erklärt und wir haben uns geeinigt, daß ich Recht habe. Jetzt darf mein Koffer auch nach Shanghai.

Und nun sitze ich in Frankfurt in der Santanderbank-Lounge (ob die mir 'nen Kaffee ausgeben, wenn ich mich als Kunde oute?) und warte darauf, daß mein Gratisdownload vom Steve-Jobs-Biographie-Hörbuch fertig wird. Das dauert aber nach aktuellen Hochrechnungen aber noch bis nach meiner offiziellen Abflugzeit, deswegen verschiebe ich das vielleicht mal lieber bis zur Ankunft im Hotel in China.

Tuesday, July 13, 2010

Die Bahn fährt...

Also sowas hab ich ja auch noch nicht gesehen: ich sitz im Zug in Mönchengladbach, der tatsächlich schon 10 Minuten vor Abfahrt Richtung Aachen bereitstand (nach so einem Sturmschaden ist einfach alles anders!) und guck raus. Es ist 17:49, planmäßige Abfahrtszeit des Zuges. Ein Mädel kommt die Treppe hoch auf den Bahnsteig gestiefelt, bleibt stehn und schaut den Zug an. Hat wahrscheinlich gedacht "ööööööööööööööhhhhhhhh". So sah sie jedenfalls aus. Der Zug fällt wild an zu piepen (wie er das vor der Abfahrt tut) und die Türen schliessen sich. Keine Regung in der Mimik der jungen Frau. Dann dreht sie den Kopf Richtung Treppe und schaut runter. Da kommen langsam ihre drei Freundinnen raufgelatscht. Keine Eile, ich denk noch, die wollen sich sicher nur mal den Zug anschauen. Haben sicher ein Gerücht gehört, an Gleis 5 ständ' ein richtiger RE, was ja in diesen Tagen des Bahnchaos durchaus Seltenheitswert hat. Die drei anderen kommen jedenfalls oben an, bleiben auch stehen und schauen sich den Zug an. Ich kann Ihre Gedanken förmlich hören: "ooooooooohhhhhhhhh", "mmmmmmmmhhhhhhhhhhhhhh", "aaaaaaaaaaaahhhhhhhh". Alles gleichzeitig natürlich, sie sind ja zu dritt. Sag ich ja, Trainspotter.


Inzwischen sind gut 20 Sekunden seit dem Abfahrtsgepiepse und Türenschliessen vergangen und der Zug steht immer noch am Gleis. Endlich beschliessen die vier, daß gucken ohne anfassen doof ist und man jetzt vielleicht doch mal einsteigen könnte. Und im gleichen Moment, wo die loslatschen (nicht besonders eilig, wie ich dazusagen möchte), fängt der Zug an, aus dem Bahnhof zu kriechen. Hat die Mädels nicht sehr beeindruckt, muß ich sagen, sie sind weiter auf die Tür zugeschlendert (die ihnen ja schon entgegen kam), und erst als der Türöffner des fahrenden Zuges nicht auf ihr Drücken reagiert hat, dämmerte ihnen wohl langsam, daß der Zug für sie jetzt abgefahren ist. Und dann ging das Gekreische auf dem Bahnsteig los.


Also, liebe Honigschnittchen, mein Mitleid habt Ihr nicht. An einem Tag wo eh nur alle 3 Stunden mal eine Bahn irgendwohin fährt, sollte man sich schon bemühen, nicht zu spät zu sein, wenn denn mal ein Zug unerwartet pünktlich abfährt.


Bahn:1 - Fahrgäste: 0. Verdienter Sieg.



Friday, May 21, 2010

Die Bahn kommt!

Aber woher? Und wo will sie hin?

Neulich, an einem Freitag nachmittag in Mönchengladbach. Steig ich in eine Bahn, die mich nach Duisburg fahren soll, wo ich satte 10 Minuten zum Umsteigen hab, in denen ich zum IC nach Berlin sprinten kann um dann in Hannover auszusteigen und lecker Sushi zu essen.

Dumm nur, daß der Regionalexpress seinen 10-Minuten-Puffer schon in Krefeld verbrät und da doof vorm Bahnhof rumsteht, während die Gleisgehilfen die Weichen in Form hämmern. Dumm, wenn man 10 Minuten Puffer, aber 11 Minuten Verspätung hat. Allerdings ganz gut, wenn der Anschlusszug auch 10 Minuten Verspätung hat.

Ich steh also in Duisburg am Gleis und warte mir die Plattfüße in den Bauch, die angekündigte Verspätung wird auf 25 Minuten erhöht und ich freu mich. So schön. Nach 20 Minuten kam dann ein IC auf meinem Gleis eingefahren und hat wieder mal meine Theorie bestätigt, daß die Bahn die Verspätungen (wenn überhaupt) nur übertrieben hoch rausposaunt, damit sie dann toll aussieht, wenn der Zug statt nach 34 Minuten nach nur 29 Minuten vorfährt. Vielleicht wollen sie aber auch die Leute dazu bringen, noch schnell einen Kaffee holen zu gehen und dann ihre Bahn zu verpassen. Eigentlich klingt mir das wahrscheinlicher.

Ich steig also ein, erkämpf mir einen Sitzplatz im 2.-Klasse-Abteil, berechne eine grobe Ankunftszeit und pack die Unterhaltungselektronik aus. Um halb sieben, also zur fahrplanmäßigen Ankunftszeit in Hannover, sperr ich dann mal die Lauscher auf um zu hören, ob wir denn inzwischen ein bisschen Verspätung aufgeholt haben. Da hör' ich dann so lustige Sachen wir Meppen und Papenburg, die ich so gar nicht einordnen kann, zumal mein iCrap-Telefon immer nur sekundenweise eine Internetverbindung bekommt und Google Maps zur Positionsbestimmung ausfällt. Zum Glück gibt's aber auch in der Zeit des papierlosen Büros noch Infozettelchen von der Bahn, wo die Zugnummer und die Fahrstrecke draufstehen. Und da seh ich dann, daß ich schon fast in Emden bin.

Emden?

Wieso fährt der Scheisszug nach Emden? Und wieso fährt der Scheisszug nach Emden in Duisburg auf dem Gleis ein, wo alle auf den Zug nach Berlin warten? Und wieso kommt in Duisburg keine Scheißdurchsage daß das nicht der Zug nach Berlin ist? Die haben doch vorher an jeder Milchkanne, wo mal gehalten wurde, gesagt, daß das nur eine Scheiß-Milchkanne ist und nicht der Bahnhof und man gefälligst die Türen zulassen soll? Und wieso kommt im Scheisszug nach Scheiss-Emden kein Scheiß-Schaffner um mir zu sagen, daß ich im falschen Zug sitze? Wieso bricht an meinem Scheiss-Scheissphone der Kontakt zu meiner Mutter in dem Moment ab, wo ich ihr sagen will, daß ich grade nach Hannover will, kurz bevor mir meine 5 Mitreisenden im Abteil sagen, daß das nicht der Scheisszug nach Hannover ist?

Und wieso saugt mein Handi in 2 Stunden seinen Akku komplett leer, zeigt mir aber kein einziges Mal, wo ich bin? Scheiss Apple.

Also heute kein Ski-Nachtreffen und kein Sushi.

Aber wieso denk ich so negativ?
* Ich konnte mein Hotel noch stornieren
* Ich konnte die Gelegenheit nutzen, Freunde zu besuchen (wenn auch nicht in Hannover)
* Und das beste: Ich hab ein Ticket nach Hannover gelöst und bin damit bis Oldenburg gefahren. Da kommt der Schaffner, mal seh, ob er was merkt.

Monday, September 14, 2009

Im Land der begrenzten Möglichkeiten...

Tja, nun bin ich schon wieder hier. Nach dem kurzen Ausflug nach Alaska letzte Woche, als wir über Fairbanks zurück nach good old Germany geflogen sind, dort das komplette Paket Einreiseunterlagen ausgefüllt haben (wir haben ja unsere Füßeauf amerikanischen Boden gestellt, das darf nicht jeder) und dann erfahren haben, daß wir eigentlich nur unseren Perso (oder besser noch den ReiPa) und 10 Finger mitbringen müssen, hab ich mich doch nochmal hergetraut. Und durfte gleich nochmal 10 Fingerabdrücke abgeben, Foto natürlich auch. Wahrscheinlich hat mich die Tussi bei der Einreise nicht erkannt, weil ich in Alaska meinen Wochenbart getragen hab und diesmal geshaved eingetrudelt bin. Die dachte sicher, ich wär der andere Jørn und hat mich sicherheitshalber nochmal eingescannt. Aber immerhin hat das Warten in der Einreiseschlange die Zeit bis zum nächsten Flug etwas abgekürzt.

Hier in Lubbock sind wir an der Südseite vom Loop abgestiegen (ist sowas wie der äußere Ring um Aachen, nur ein paar Hundert Kilometer länger), in einem total hippen Eck, was echt angesagt ist. Hier gibt's nämlich ein paar Hotels, ein paar mehr Restaurants, einen Wal-Mart und 2 Tankstellen. Immerhin hat der Wal-Mart 24/7 auf. Hab das ganze Areal gestern mal erwandert und bin auch prompt von einem freundlichen Eingeborenen angesprochen worden, ob denn alles in Ordnung wär. Ich war nämlich zu Fuß im Regen unterwegs. Kam mir zwar auch etwas blöd vor, aber für die 300 Meter wollte ich dann doch keinen Leihwagen nehmen.

Das Land der begrenzten Möglichkeiten bezieht sich übrigens auf den Alkoholkonsum. Man kann ins Restaurant gehn, oder rüber zum Strip fahren, einen Liquor-Store aufsuchen und sich eindecken. Wenn man grad kein Auto hat, fällt natürlich eine der beiden Möglichkeiten weg (mal sehn, ob jemand merkt, welche). Im Supermarkt oder gar an der Tankstelle ist Alohol irgendwie Fehlanzeige. Das war früher irgendwie besser. Immerhin hat unser Gastgeber uns heute mal am Strip vorbeigefahren, das ist die (ziemlich lange) einzige Straße in Lubbock, wo es Alkoholfachgeschäfte gibt. Gut getarnt, das muß man allerdings berücksichtigen. Ich wär an dem freistehenden Haus mit dem großen Schild "Discount Warehouse" jedenfalls verdachtsfrei verbeigerauscht und hätte weiter nach dem Ausschank gesucht. In Kanada war der Alk-Verkauf zwar auch reglementiert, aber da durften die Liqour Stores immerhin überall stehen, und nicht nur an einer Straße.

Ausserderm hatte ich heute...

Nee, Moment, ich muß nochmal auf den Strip zurückkommen, daß muß ich mir nochmal auf der Zunge zergehen lassen. In einer Stadt, die von einer 26 Meilen langen Ringstraße umgeben ist (also nicht ganz winzig), gibt es nur an einer Straße am Rand Alkohol zu kaufen. Wie kraß ist das denn?

Fairerweise muß man dazusagen, daß es doch noch ein paar vernünftige Leute hier gibt, die beschlossen haben, daß Liquor Stores demnächst überall sein dürfen. Das entsprechende Gesetz tritt leider erst nächste Woche in Kraft, wenn wir wieder weg sind.

Aber zurück zum Thema: ... mal so ein richtiges Deja-Vu. Ich hab im Labor gesessen, skizziert was ich den Leutchen hier noch an Daten zusammenstellen wollte, guck die Wand mit der Druckluftleitung an und hatte das extrem reale Gefühl, diese Szene schonmal geträumt zu haben. Sehr unheimlich.

Noch realer, aber nciht ganz so unheimlich war der Typ, der eben in mein Zimmer gelatscht ist. Meinte, die Rezeption hätte ihm auch mein Zimmer gegeben, ist aber trotzdem kampflos wieder abgezogen, als er meinen Snoopy-Schlafanzug gesehen hat.

Friday, September 4, 2009

Eine kurze Geschichte der Zeit auf dem Yukon

Nachdem ich es ja doch geschafft habe, wohlbehalten und ohne vom Bären gefressen werden aus Kanada zurückzukommen, wollte ich doch nochmal kurz einen Eindruck der Reise vermitteln. Und zwar am Besten mit einem kleinen Lied, was uns eine Kanadierin zwischendurch vorgesungen hat (die Melodie klang melodiös, aber sehr variabel):

Weeeeee have rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and rocks and trees and waaaaaater!

Dem hab ich eigentlich nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht daß zwischen Rocks und Trees ab und an mal Gold zu finden ist. Und da wir den Dreck fleißig ausgewaschen haben, ist der nächste Urlaub auch schon so gut wie finanziert.

Fotos gibt's demnächst bei Flickr, ich muß mir noch ein paar gar luschtige Kommentare zu den Bilden aus den Fingern saugen.

Monday, December 1, 2008

Macromania in India


Macromania in India, originally uploaded by regenschein71.

Mal was anderes als Katzenfotos - hatte mein neues Macro-Objektiv natürlich mit und fleißig drauflosgeknipst. Ab und zu ist mal ein nettes dabei rumgekommen, mehr Beispiele gibt's nach einem Klick auf das Foto.

Sunday, November 30, 2008

Isch liebe Deutscheland

Da sitzt man gemütlich in der Bahn, seinen Koffer neben sich und freut sich, dass man noch einen Sitzplatz am Sonntag abend Richtung Aachen ergattert hat, da kommt so eine dunkelhäutige Mitbürgerin mit echt substanzieller Masse und setzt sich auf den Koffer. Auf meine freundliche Frage ob sie das vielleicht lassen könnte (und die damit implizierte Aufforderung ihren fetten Arsch woanders zu parken) schaut sie mich und meinen Koffer groß an und fragt mich: "warum?"

War ich solange weg, daß das Sitzen auf fremdem Eigentum inzwischen gesellschaftsfähig geworden ist?